Funkindustrie und Elektroindustrie.
1. Dr, h. c. Georg Graf von Arco,
Geb. 30. August 1869.zu Großgorschütz in Oberschlesien, Zunächst Offiziers-
laufbahn bei dem Berliner Garde-Schützen-Bataillon. Interesse für technische
Dinge, nahm auf Rat des Rektors der Techn. Hochschule Charlottenburg Urlaub
behufs Studium, Begann technische Laufbahn als Slabys Assistent.
Bei Gründung der Telefunken-Gesellschaft am 17.5, 1903 wurde Graf von A,
Direktor der neuen Gesellschaft. Unter seiner Leitung schneller Aufstieg zu
heutiger Weltbedeutung, In Anerkennung seiner Verdienste um Entwicklung der
drahtlosen Technik verlieh Universität Straßburg 1916 Dr. phil. h. c. Hat eine große
Zahl von Erfindungen auf dem Gebiete der Funktechnik gemacht. Die wichtigsten
sind der erste Wellenmesser und die Telefunken-Hochfrequenzmaschine. .
2. Geh, Kommerzienrat Dr.-Ing, e. h, Dr. rer, pol, h, c, Felix Deutsch,
Geb. 16. Mai 1858, Seit Begründung i. d. A, E,G., tätig, seit 20. Juni 1915 Vors.
des Direktoriums. Berufung in den Reichswirtschaftsrat. Dr.-Ing.e.h. der Techn,
Hochschule Karlsruhe und Ehrenbürger der Techn. Hochschule Charlottenburg.
Seitens der Universität Köln Würde eines Doktors der Staatswissenschaften als
einem Manne, „der die mustergültige Organisation eines der angesehensten deutschen
Großunternehmen geschaffen, der ., , durch geschickte Finanzierungsmethoden der
Ausbreitung des Unternehmens im In- und Auslande die Wege geebnet und dem
deutschen Können in der Weltwirtschaft ein weiteres Wirkungsfeld verschafft hat“.
3. Dr.-Ing, e,h, Carl Köttgen,
Vorsitzender des Vorstandes der Siemens-Schuckertwerke G.m.b.H. und stell-
vertr, Vors, des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit.
Geb, Barmen 29, August 1871, Techn. Hochschule Berlin-Charlottenburg, Leitung
des Büros für Kraftübertragung bei der Firma Siemens & Halske, 1901 erste große
Schachtfördermaschine, 1903 erstes großes Reversierwalzwerk, elektrisch betrieben,
1907 Leitung der Siemens-Brothers-Dynamo-Works, London und Stafford. — 1919
aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, Leitung der Zentral-Werksverwaltung,
dann Gesamtleitung der Siemens-Schuckertwerke G.m.b.H. Zahlreiche Veröffent-
lichungen über elektrische Kraftübertragung und Studien rein wissenschaftlichen
Charakters,
4. Hans von Raumer,
Reichschatzminister und Reichswirtschaftsminister a.D., Berlin.
Geb, am 10, Januar 1870 zu Dessau; evang., 189%0 Gymnasialabiturium, 1890—1893
Universitäten Lausanne, Leipzig, Berlin. 1893 Referendar, 1905 Landrat. 1911
Übernahme der Leitung der Hannoverschen Kolonisations- und Moorverwertungs-
Gesellschaft zu Osnabrück. 1915 Direktor des Bundes der Elektrizitätsversorgungs-
Unternehmungen Deutschlands.
1918 Geschäftsf, Vorstandsmitglied des Zentralverbandes der dt. elektrotechn.
Industrie. Anreger, Mitbegründer, Zentralvorstandsmitglied der Zentralarbeits-
gemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, 1920
Mitglied des Beirates für Reichselektrizitätswirtschaft. 1920 Reichstagsabg., bis 1921
Reichsschatzminister, 1922 Sachverständiger in Genua. 1923 Reichswirtschafts-
minister, Mitglied des Aufsichtsrates zahlreicher Gesellschaften,
5. Dr.-Ing. e. h, Carl Friedrich von Siemens.
Geb. 5, Sept. 1872 als dritter Sohn d. Begründers d. Siemensfirmen, des genialen
Erfinders Werner von Siemens in Charlottenburg. Trat nach Beendigung seiner
Ausbildungszeit 1899 in die Firma Siemens & Halske ein, übernahm 1900 in London
die Leitung von Siemens Brothers & Co,, kehrte 1909 nach Berlin zurück; 1912
Vorsitz im Direktorium der Siemens-Schuckertwerke G. m. b. H., 1919 Vorsitzender
der Aufsichtsräte der Siemens & Halske A.-G. und der Siemens-Schuckertwerke
G.m.b,H, 1920 Reichstagsabg., 1923 Präsident des Vorläufigen Reichswirtschafts-
rates, 1924 Präsident des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft:
gleichzeitig legte er sein Reichstagsmandat nieder,
Tafel V.