Object: Die deutsche Wirtschaft

184 Prof, Dr.-Ing. A. Friedrich: 
Grundlage jeder Wirtschaft ist die Arbeit des Menschen, Bedingung 
dieser wieder die Innenarbeit. Ausbildung zum Führen und Leiten ist 
Grunderfordernis, bewegliche Anpassung in Schule und Beruf not- 
wendig, um höchste Kraft frei zu machen. Wir brauchen seelische 
Führung, die nicht Dogma ist, wir brauchen seelische Führung, die 
eingeht auf das Leben und nicht nur materiell denkt. Immer und immer 
wieder haben wir versucht, vom materiellen Gesichtspunkt aus das 
Arbeitsproblem zu klären, Es ist uns nicht gelungen. Ebensowenig 
wird es einem Kommunismus gelingen, mit materialistischen Mitteln 
einen Idealismus, der nichts mit dem Weltengeist gemein haben soll, auf- 
zubauen, Wir brauchen Klarheit in der Organisation, ich möchte fast 
sagen, eine eisige Klarheit, die in ihrer Reinheit alles beseitigt, was 
naturwidrig und erkünstelt ist. Wir brauchen Freimachung von allem 
Ballast, der uns in den Vorurteilen materieller Auffassung überkommen 
ist, Freimachung zur Offenbarung höchster Kräfte, deren wir tatsächlich 
teilhaftig sein können, Solange der Mensch in der Arbeit noch nicht 
die Kräfte zeigt, die er in der Begeisterung zutage treten läßt, so lange 
ist noch ein grundsätzlicher Fehler in der Organisation vorhanden, 
Arbeit ist das Spiegelbild des Menschen, Arbeit und Menschen 
bestimmen die Wirtschaft, also in allem der Mensch, Die Wirtschaft 
soll nicht den Menschen einreihen in erkünstelte Ziele, in eitle Kom- 
binationen, sondern soll sich beugen vor dem ungeheuren Leben, das 
durch die Menschen hindurchfließt. Entweder wir denken materialistisch, 
und dann ist die Folgerung Chaos und Vernichtung, oder wir stellen die 
Seele über alles und machen aus den Menschen das, was er sein soll, 
das Ebenbild Gottes. Eine Unmöglichkeit ist es für uns, den Fragen 
des Seelischen immer wieder ausweichen zu wollen, eine Unmöglich- 
keit deshalb, weil wir darunter als Volk ständig leiden. Derjenige, der 
falsch handelt, bleibt krank, derjenige, der wirtschaftlich falsch denkt, 
bleibt wirtschaftlich schwach, Einem blutkranken Menschen hilft keine 
äußerliche Behandlung des Ausschlages, einem irreligiösen Volk keine 
äußerlich noch so starke Organisation, 
Was wir brauchen ist Kraft, Kraft in höchstem Ausmaße, Aber 
zur Krafterschließung brauchen wir das, was wir Glauben nennen, 
Glauben an uns, Glauben an die Macht, die höher ist als wir, an das 
Unendliche, Erst dann, wenn wir den Blick zu einem Begriff der 
Allmacht, Liebe und Harmonie gerichtet haben, der alles formt und 
schafft, was wertvoll ist, erst wenn wir diesen Begriff der Liebe leben, 
erst dann können wir wieder sagen, auf dem richtigen Wege zu sein. 
Dann wird Wirtschaft natürlich und klar werden, dann wird Wirtschaft 
das werden, was sie sein soll, ein Zusammenschluß und ein Ausgleich 
der auswirkenden Kräfte in der Arbeit,
	        
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