Object: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Das „Licht der Natur“. 
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zuletzt allein die Mystik, die den Einheitstrieb der Erkenntnis zu 
stillen vermag. 
B) Die Psychologie des Erkennens. 
Es ist eine höhere Stufe der Abstraktion, die uns in den An- 
ängen der italienischen Naturphilosophie entgegentritt. Auch 
hier ist— in Telesio und seiner Schule — der Trieb zur unmittel- 
baren Beobachtung und Einzelerfahrung herrschend; zugleich aber 
regt sich die erste Reflexion über den Prozess und die Entstehungs- 
bedingungen der Erfahrung selbst. Eine psychologische Theorie 
des Erkennens wird jetzt in allgemeinsten Umrissen entworfen. 
Freilich ist sie noch nicht das Fundament der Gesamtanschauung, 
sondern mit ihr verglichen nur ein Aussenwerk; dennoch aber 
stellt sie ein geschichtliches Mittelglied dar, das uns allmählich zu 
einer neuen Fragestellung hinüberleitet. — 
Die psychologischen Kämpfe des 15. Jahrhunderts waren, wie 
wir uns erinnern, durch den Dualismus innerhalb des Aristote- 
lischen Seelenbegriffs bedingt und hervorgerufen. Auf der einen 
Seite war hier der Sinn als alleinige und unumgängliche Erkennt- 
nisquelle anerkannt, während andrerseits doch in der „tätigen 
Vernunft“ eine Form des Bewusstseins anerkannt blieb, die los- 
gelöst von der Empfindung und abgetrennt von der Existenz des 
Körpers für sich zu bestehen vermag. (S. ob. S. 110 If.) Um diesem 
Zwiespalt zu entgehen, bleibt jetzt, nachdem der Ausgang des Streites 
alle Versuche einer Vermittlung als hinfällig erwiesen hat, nur 
zine radikale Lösung übrig. Es gilt, das Fundament, auf das 
Aristoteles selbst verwiesen hat, zu sichern und nach allen Seiten 
folgerecht auszubauen; es gilt die Erkenntnis somit durchweg in 
die Grenzen der unmittelbaren Wahrnehmung einzuschliessen. 
Wo immer andersartige Instanzen, wie eine angeblich eigene Lei- 
stung der Begriffsbildung und des Schlussverfahrens angerufen 
werden, da muss der trügerische Anspruch, der hier verborgen 
liegt, aufgedeckt und aller Gehalt, den diese Faktoren zu bergen 
scheinen, wiederum in sinnlichen Eindrücken aufgezeigt werden. 
Die Einheit des Wissens ist nur durch seine völlige Reduktion
	        
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