Object : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Alkoholgenuß  seine  Arbeitsfähigkeit  und  Lebensdauer  ein.  Die
energische  Aufklärung  lote  auch  der  Einfluß  der  Schule  haben
endlich  Erfolg  gehabt.  Durch  Konsumvereine  und  besondere
Nahrungsmittellieferungen  haben  die  Jndustrieverwaltungen
ihre  Arbeiter  zur  gesunden  Ernährungsweise  erzogen.
Was  das  physische  und  technische  Können  in  seinem  Berufe
betrifft,  ist  der  oberschlesische  Berg-  und  Eisenhüttenmann  dem
westdeutschen  durchaus  ebenbürtig,  wenn  nicht  überlegen.  Dies
zeigt  sich  beim  Bergbau  in  der  schwierigeren  Schießarbeit,  die
bei  der  Mächtigkeit  der  oberschlesischen  Flöze  weit  mehr  Geschicklichkeit ­
  erfordert,  als  in  Revieren  mit  weniger  mächtigen  Flözen,
und  im  Eisenhüttenbetrieb  schon  darin,  daß  allein  Oberschlesien
bis  heute  noch  größere  Mengen  Schweißstahl  im  Puddlingsverfahren
  herstellt,  das  an  den  Schmelzarbeiter  die  höchsten
technischen  Anforderungen  stellt.
Es  steht  fest,  daß  der  Oberschlester  eine  erstaunlich  technischingeniöse ­
  Begabung  besitzt,  die  ihn  befähigt,  jeder  qualitativen
Entwicklung  im  industriellen  Betrieb  rasch  zu  folgen.  Wie
nirgendwo  finden  wir  in  den  oberschlesischen  Betrieben  Arbeitsaufseher
  und  Hüttemneister,  die  ohne  Fachschulenbildung
vom  gewöhnlichen  Arbeiter  emporgestiegen  sind.
Was  nun  den  Lohn  betrifft,  so  ist  diese  Frage  durch  den
jüngsten  oberschlesischen  Arbeiterstreik  wieder  scharf  in  den  Vordergrund ­
  gerückt*).
Die  Industrieverwaltungen  bezeichneten  den  Streik  als
eine  „frivole  Machtprobe"  der  polnischen  Berufsvereinigung
und  behaupteten,  „die  Löhne  seien  durchgehends  höher  als  in
den  Vorjahren",  daher  hätten  die  Arbeiter  keinen  Anlaß  zu
Klagen.  Dagegen  bestanden  die  polnische  Organisation  und
die  anderen  Gewerkschaften  mit  Ausnahme  der  katholischen  auf
der  Forderung  einer  allgemeinen  Lohnerhöhung  um  15%  und
der  Einführung  der  achtstündigen  Schicht,  mit  dem  Hinweis,
daß  im  Westen  die  Löhne  bedeutend  höher  seien  und  auch  die
achtstündige  Schicht  schon  lange  durchgeführt  worden  sei.
Bei  einem  Vergleich  der  oberschlesischen  mit  den  rheinisch-)

1)  Im  April/Mai  1913,  er  scheiterte  an  der  Unnachgibigkeit
der  Verwaltungen.
            
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