Die Wälder Deutschlands.
ni s < e n und vor allem der tr o p i s < en Wälder mißt. Sie reicht aber aus,
um so ziemlich allen St an d or t e n des deutschen Waldes gerecht zu werden. Den
Bedürfnissen des deutschen Ho lz m ar k t e s genügt die von ihnen erzeugte Holzmasse
allerdings nicht, weder qu ant it a tiv noch qu a lit a t iv. Von den 44 Milli-
onen Festmetern Nut holz, die Deutschland im Jahre 1913 verbrauchte, konnten
nur etwa 31 Millionen Festmeter im deutschen Walde selbst gewonnen werden,
13 Millionen Festmeter Nugtz h o lz mußten darüber hinaus aus dem Aus-
lande eingeführt werden. Aber nicht nur quantitativ, auch qu a lit at i v genügt die
Holzgewinnung aus dem deutschen Walde den Ansprüchen unseres Holz-
marktes nicht vollkommen. Viele Holzindustrien, wie vor allem die
Möbelindustrie, die Zünd h o lz in du str i e u. a., werden immer auf den
Bezug wertvollerer ausländisch er Holzarten angewiesen bleiben. :
Man versucht zwar schon seit etwa 200 Jahren, unsere Wälder durch die Ein-
führung einer großen Zahl au s l änd i s h e r Holzarten zu bereichern und hat hier-
für schon große Ausgaben gemacht, ohne indes bisher greifbare Erfolge hiermit erzielt
zu haben. ~
In starkem Gegensatz zu den für die Einführung dieser Ausländer auf-
gewendeten Kosten steht seit Ta hr hunderten eine zunehmende Ver-
ö d un g unserer Wälder von unseren einheimischen Holzarten. Unter dem Einfluß
unseres Forstbetriebes sind manche Holzarten (Wildobstbäume, Eibe,
Elsbeere usw.) beinahe ausgestorben, andere (wie Linde, Ulme, Hainbuche usw.) selten
geworden, und wieder andere (wie Eiche, Ahorn, Esche, Weißtanne usw.) befinden sich
in schnellem Rückgang!).
So daß es nur noch wenige Arten sind, die heute unseren
Wäldern in meist r einen Beständen ihr Gepräge geben. Und zwar. sind es in
der Hauptsache N a d e lh ö l z e r. Besonders in die Augen springend ist d er starke
Rückgang der Laubholzflähe und die dauernde Zunahme
der Nadelholzflähe in den legtten ssechs Jahrhunderten.
Während um das Jahr 1300 herum der deutsche Wald noch zu etwa /, aus Laub-
und zu !/) aus Nadelhölzern bestand, haben wir heute gerade das um-
gekehrte Verhältnis. Im Jahre 1913 setzte sich unser deutscher Wald zu 70,1 o/» aus
Nadel- und zu 29,9 o/, aus Laubwald zusammen.
Seit dem Jahre 1883 können wir die Entwicklung an Hand der Statistik deutlich
verfolgen:
Jahr Laubholz Nadelholz
] ha % | ha %
1893 4s67 0 | zz | 6 283120 | g 's
1900 4 544 800 32,5 9 451 069 67,5
1913 4 258 649 20,9 9 962 101 70,1.
Die Laubholz fläche ist also seit 1883 um 543 931 ha kleiner, die Nadel-
h o l z f l ä ch e um 856 283 ha größer geworden.
1) Ortegel, I. c., S. 28.
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