Full text: Forstwirtschafts-Politik

46 Natürliche Bedingtheit. 
Die Gründe dieser Wandlung sind teils technischer, teils finan- 
ieller Art. 
i zi! U. technis ch er Art. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war ein 
großer Teil des deutschen Waldes, besonders der sogenannten Mark waldungen, 
infolge der wahllosen verschwenderischen Holznußung, der starken Streu- und Weide- 
nutzung und der schlechten Wirtschaft in einem derartig h erunt erg ek o m menen 
Zustande, daß er für den Wiederanbau des anspruchsvolleren und schwer künstlich zu 
verjüngenden Laubholzes ~ an natürliche Verjüngung war nicht mehr zu denken ~ nicht 
mehr geeignet war und mit dem anspruchsloseren, billiger und leichter künstlich verjüngbaren 
Nadelholze aufgeforstet werden mußte. Bei der Aufforstung der Ö d f l äch e n war man 
gleichfalls ausschließlich auf das N a d e lh o lz angewiesen. 
. Die Gründe ökonomischer Art. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts 
spielen aber auch Gründe finanzieller privatökonomischer Art eine 
aus sc<hla g g e b end e Rolle. Bis dahin war unsere Wirtschaft in erster Linie eine 
„Brennholzwirtsc< aft“ gewesen. Als nun mit dem gewaltigen Ausbau der 
Eisenbahnen eine Verfrachtung der K o h l e bis in die abgelegensten Gegenden hinein 
möglich wurde, wurde die Konkurrenz der K o h l e so groß, daß eine vorwiegende Brenn- 
holzwirtschaft nicht mehr angebracht war. So ging man dann von der Mitte des 
19. Jahrhunderts ab immer mehr zu einer Nut h o lz w ir t s<h a f t über. Da aber 
Nadelholz mehr Nutz h o lz abwirft als L aub h o lz, da es ferner eine größere 
Masssenproduktion und höhere Dur chf orstungsertr ä g e aufweist und 
kürzere Produktionszeiten benötigt als das Laubholz, so griff der Anbau 
der Nadelhölzer immer weiter um sich. 
Die Verbreitung der wichtigsten Holzarten des deutschen 
Waldes im Jahre 191 3 ist aus folgender übersicht zu ersehen: 
Holzarten ha % 
Riesen. . . .. u ... . : . ; _ 6 462 540,0 ; 45,5 
zzche .: . m 3 055 034;8 | 21/5 
me.... E . ... 414 828,9 2,9 
Üähe.. .. .; .. . . . . _29 697,3 s 
Sa. Nadellu . . ...e e ..... 9 962 101,0 | 70,1 
4:1 9~ hv... hett Lonhhêiee . M Z! [ust 
Birken, Erlen, Aspen und andere weiche Laubhölzer. . . . 392 194,4 2,8 
gg. N S. ! 
El-tiztr htederwätd 1 . . part c 105 179,3 2,8 
Ec fr r cg. uss | uf 
Gesamtwaldflähen . . . tmn. TuT ] wos 
Die Altersklassenverhältnissse des deutschen Waldes nach der 
Erhebung des Jahres 1913 im ganzen und getrennt nach einzelnen Holzarten sind aus 
l'ye!>er ureesct zu ersehen (die Gesamtsumme bezieht sich auf den gl eich a ltr ig en
	        
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