Standort der Holzindustrie i. w. S. 1.1
Vordringen der Ki ef er, die ja auch bei Neuaufforstungen am meisten verwendet
wird, deutlich zeigt.
Die Altersklassen der Fichte. Auch bei der Fichte läßt sich ein starkes
überwiegen der jüngsten Altersklassen feststellen, das durch die vielen Neuaufforstungen
und die Verdrängung des Laubholzes durch die Fichte verursacht ist.
Die Altersklassen der Tanne. Die Tanne ist die natürliche Holzart
der Voges en und des Schwarzwaldes und tritt neben der Fichte im Frankenwald
und im bayerischen Wald als herrschende Holzart hervor. ~ Wenn bei ihr die ält er en
Altersklassen stärker hervortreten, so ist das durch ihren Gebirgsstandort und durch die
natürliche Verjüngung begründet.
Natürliche Grundlagen (Standort) der
Holzindustrie i. w. S.
Standort der holzbearbeitenden Industrie.
Standort der Holzkonservierungsindustrie").
Der Standort der ersten deutschen Konservierungswerke wurde durch den lok alen
Absatz markt, natürlich aber auch durch die Nähe des Waldes als Rohstof f-
b a s i s bestimmt. Da sich der Verbrauch konservierten Holzes anfänglich in der Hauptsache
aus dem Schwellenbedarf der Eisenbahnen zusammenssetztte, entstanden die ersten großen
Konservierungsanstalten immer dort, wo neue Bahnlinien gebaut wurden. ~ Die K on -
sservierungs mittel kommen als sstandortsbedingend k a u m in Frage. ~ Auch
eine Abhän g ig k eit von den Arbeitskräften besteht für die Konservierungs-
werke nicht, denn es handelt sich bei den mit der Konservierung beschäftigten Arbeitern
nur um eine beschränkte Zahl?). Die Holzkonservierungsindustrie war also zunächst in der
Hauptsache ko nsum ori ent iert. Hierin trat jedoch gegen Ende des vergangenen
Jahrhunderts eine W an d l u n g ein. Der Ausbau der Verkehrswege (Eisenbahnen und
Wasserstraßen) ermöglichte eine stärkere Konzentration der Holzimprägnierbetriebe, die
noch verstärkt wurde durch den dauernd zunehmenden Bedarf. Sowohl die zunehmende
Nachfrage nach Eisenbahnschwellen als auch die nach Leitungsmasten verursachte eine
immer ausgedehntere und allgemeinere Verwendung konservierten Holzes. Mit dem
wachsenden Ansehen, das sich die aufstrebende deutsche Holzkonservierungsindustrie im
Auslande erwarb, wurde schließlich der Absatz konservierten Holzes sogar über die Reichs-
grenze hinaus ausgedehnt. Anderseits war der Holzverbrauch Deutschlands mittlerweile
derart gestiegen, daß zur Befriedigung desselben Holzüberschußländer des Auslandes in
zunehmendem Maße in Anspruch genommen werden mußten. So daß sich also sowohl der
Absatz konservierten Holzes als auch der Bezug rohen Holzes auf immer weitere Märkte
ausdehnte. Auf diese Weise wurde die ursprünglich konsum-
orientierte Holzkonsservierung s industrie in eine transport-
m äß i g orientierte verwandelt. Für ihren „rationalen Standort“ gilt daher
1) Im Anschluß an die ungedruckte Dissertation von Dr. Fritz Restle, „Das Problem
der Holzkonservierungsindustrie in volkswirtschaftlicher Beleuchtung unter besonderer Berück-
sichtigung der deutschen Verhältnisse." Gießen 1923.
?) Bure sch, „Der Schutz des Holzes gegen Fäulnis“, Dresden 1880, S. 133 ff.
Weber, Forsstwirtschaftsvolitik.