Bilanzen der Genossenschaften.
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I
22. Abschnitt.
Genossenschaftsbilanzen.
Genossenschaften sind Gesellschaften mit schwankender Mit
gliederzahl und dementsprechend schwankendem Mitgliederver
mögen. Das Betriebskapital der Genossenschaften besteht aus
dem eigenen Vermögen und dem fremden Vermögen. Die eigenen
Mittel wiederum aus der Summe aller Geschäftsguthaben, den
Reserven und dem bilanzmäßigen Reingewinn.
a) Das Mitgliedern er mögen richtet sich nach der Zahl der
Mitglieder und wechselt nach Eintritt und Austritt von Genossen.
Es wird gebildet aus dem Geschäftsguthaben 1 ) der Mitglieder, d. h.
den Forderungen, die durch obligatorische oder freiwillige Ein
zahlungen auf die Geschäftsanteile, durch Zuschreibung von
Gewinnanteilen entstehen. Das „Konto der Mitgliederguthaben“
umfaßt somit die Einzahlungen und die Dividendengutschrift.
Die Geschäftsanteile geben die Höhe des Betrages an, bis zu
welchem die einzelnen Mitglieder mit Einlagen sich beteiligen
können (Nominalbetrag). Sie können sofort oder allmählich
eingezahlt werden. Die rückständigen Einzahlungen der Mit
glieder können in der Bilanz vom Gesamtbetrag der Geschäfts
anteile, dem „Soll“-Vermögen der Mitglieder abgezogen werden;
oder in einer Vorspalte der Bilanz werden die eingezahlten von
den rückständigen Beträgen getrennt und dann summiert. End
lich kann man den Nominalbetrag der Geschäftsanteile auf der
Passivseite, die rückständigen Einzahlungen auf der Aktivseite
verrechnen. Viele Genossenschaften trennen die Geschäftsgut
haben der ausscheidenden Mitglieder von denen der verbleibenden
Mitglieder.
b) Der zweite Teil der eigenen Mittel ist das Genossenschafts
vermögen, das eigentliche Stammgut der Genossenschaft [Re
serven]. Der gesetzliche Reservefonds bleibt Genossenschafts
vermögen, abgesehen von seiner Verminderung durch Verlust
1) Vgl. Hildebrand, Die Geschät'tsguthaben und ihre Behandlung in
der Buchführung und in der Bilanz der eingetragenen Genossenschaften.
(Landwirtsch. Genossenschaftsblatt 1914, Nr. 5/7.) Derselbe, Finanzierung
der Genossenschaften, Berlin 1921.