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ersehen kann. Nach der Korrespondenz des preußischen statistischen Landesamtes
haben sich die Einlagen der ländlichen Sparkassen, die in der Inflationszeit
ganz zusammengesscholzen waren, bereits im Jahre 1924 merklich
wieder gehoben und in der ersten Hälfte des Jahres 1925 sich mehr
als verdoppelt. Die größten Bestände weisen dabei die Sparkassen des
Rheinlandes auf; es folgt dann Westfalen und dann Hannover. Zusammen
hatten die Sparkassen dieser drei Provinzen anfangs Juni d. J. 750 Millionen
Reichsmark Einlagen. Die Sparkassen des ganzen übrigen Preußens dagegen
zusammen nur 50 Millionen. Bei den Einlagen sind auch die kleineren Handwerker
und die Industriearbeiter erheblich beteiligt. Das sind erfreuliche Anfänge
eines Gesundungsprozesses, der allmählich dahin führen muß, daß auch
der Landwirtschaft, insbesondere der bäuerlichen des Westens, wieder mehr
Geld zur Verfügung gestellt werden kann und zwar zu erträglichen Zinsbedingungen.
Im allgemeinen zahlen die Sparkassen ihren Sparern heute
ja nur 6.. bis. 8 '/9 Hinsen. Vor Ödem Kriege. haben die 20000
genossenschaftlichen Sparkassen größtenteils die bäuerliche Landwirtschaft
mit Geld versorgt. Die Spargroschen der kleinen Leute, die großenteils
außerhalb der Landwirtschaft standen, haben dabei die Landwirtschaft befruchtee.
Möglich war dies aber in erster Linie, weil unsere Industrie
blühte. Auch die größeren Landwirte, namentlich diejenigen, denen es noch
gut geht, müssen erheblich zur Kapitalbildung beitragen. Reduktion des
unnötigen Personals für Ziergärten und Parkanlagen, der Kutscherställe,
Minderung der Hausdomestiken und Einstellung aller dieser Leute in den
produktiven landwirtschaftlichen Betrieb spielen dabei eine Hauptrolle. Eine
amerikanische Dame, die sich mit großem Erfolge für die Amerikahilfe in
Deutschland eingesett hatte, schrieb eines Tages an eine Freundin in
Deutschland: „Wie ich höre, habt Ihr dort überall in den Häusern in Stadt
und Land noch Dienstmädchen. Da kann es Euch doch unmöglich recht
und angenehm sein, von amerikanischen Damen, die ihren ganzen Haushalt
allein besorgen, Unterstütungen zu empfangen.“ Wir müssen es eben
noch viel mehr lernen, uns selbst zu helfen, uns an die veränderten Verhältnisse
anzupassen. Je früher wir das tun, desto leichter wird uns das
werden. Kommen tut diese Anpassung zwangsläufig doch. Heute ruft alles
in allen Nöten nach Staatshilfe. Gewiß könnte auch der Staat mehr
tun, wenn man alle Menschen bald zur Sparsamkeit und zur Mehrarbeit
bringen könnte. Die Schwierigkeit liegt nur darin, daß dies nicht schnell
gelingen kann und zur Voraussetzung hat, daß die Rufer nach Staatshilfe
selbst mit Sparen und Mehrarbeit vorangehen müssen. Was soll der verarmte
Staat heute nicht alles leisten? Dem einen soll er ausreichende
Preise für seine Erzeugnisse garantieren, als ob er die Menschen zum
Kaufen zwingen könnte, zumal wenn sie kein Geld haben. Der andere fordert