geschränkt werden. Die verstärkte Einstellung auf Lupinen- und Kartoffelkultur
ist hier das einzige Mittel, um diese Böden heute vor der gänzlichen Brach-
legung oder Umwandlung in Schafhutungen oder Kiefernwald zu bewahren.
Auf allen besseren Sandböden wie auf allen besseren Böden überhaupt
hat auch der Wintergerstenbau heute eine viel größere Bedeutung als früher,
denn auch er ist ein wichtiges Mittel, um den Düngeretat herunter zu
drücken. Starker Wintergerstenbau gestattet ja die Gewinnung von Stoppel-
gründüngung wie kaum eine andere Kulturpflanze. Höchstens der Anbau
von Erstling und anderen frühreifen Frühkartoffeln kommen der Winter-
gerste darin gleich oder übertreffen dieselbe noch insofern, als nach Früh-
kartoffeln für die Einsaat der Gründungpflanzen nicht erst gepflügt zu
werden braucht. Daß viele Landwirte das vorstehend über Luzernebau,
Futterrübenbau und Wintergerstenbau Gesagte, auch bereits voll begriffen
haben, können Sie daran erkennen, daß in der Zeit von 1913 bis 1924
die Anbauflächen des Deutschen Reiches neuen Umfanges gestiegen sind
bei Wintergerste um . 150,6 9%,
bei Runkelrüben um .. 30,2 %,
hei Luzerneum. .. . 29%8,9 %: ö
Der Wintergerstenbau ist dabei noch im weiteren Wachsen begriffen. Ol-
früchte, Gespinstpflanzen und Hülsenfrüchte, deren Anbau im Kriege stark
zugenommen hatte, werden dagegen weniger kultiviert. Die Abnahme des
Hülsenfruchtbaues ist dabei zu bedauern und auf die Ernteschwierigkeiten
und großen Ertragsschwankungen zurückzuführen. In allen Klimazonen,
wo die Hülsenfrüchte aber leidlich sicher sind, sollte man namentlich den
Pferdebohnenbau fördern, denn derselbe hilft ebenfalls an Kunstdünger sparen.
Auf allen schweren und allen sehr verunkrauteten Böden fällt heute
auch der Brachhaltung wieder erhöhte Bedeutung zu, teils als ständiger
Einrichtung, teils als Notmaßnahme. Man muß eben überall heute die
Bodennutzung vornehmlich auf die vorhandenen menschlichen und tierischen
Arbeitskräfte und Inventarbestände zuschneiden, weil das Umgekehrte, nämlich
die Anpassung der Arbeitskräfte und Inventarien an ein sonst zweckmäßig
erscheinendes Wirtschaftssystem zu teuer ist. HZweckmäßigste Ausnutzung
alles dessen, was man im Betriebe besitzt, muß also die Losung sein und
Ergänzung nur soweit, wie dadurch die Ausnutzung dessen, was man hat,
ganz wesentlich gesteigert werden kann. Namentlich dort, wo man es mit
entfernt gelegenen Schlägen zu tun hat, die man wegen zu trockenen Klimas
als Weide nicht nußen kann, müssen Brachhaltung und Gründungpflanzen-
anbau den Betrieb verbilligen. Liegen Dörfer in der Nähe solcher Felder,
so müssen letztere nach Möglichkeit an die darin wohnenden Banuern ver-
pachtet werden. Oftmals kann auch ein Verkauf von Ländereien, selbst zu
mäßigen Preisen und bei relativ geringer Anzahlung, zum Nutzen des Be-
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