Full text: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

Zur kaufmännischen Betriebs- 
führung im Malerhandwerk 
Allgemeines 
Von Dr, Karl Rößle, Mannheim 
Der Malerbetrieb ist eine auf Erwerb gerichtete Einzelwirtschaft, 
deren Aufgabe es ist, wirtschaftliche Leistungen (Maler-, 
Anstreicher-, Lackier-, Dekorations-, Tüncherarbeiten usw.) gegen 
Entgelt auszuführen. Jede Erwerbswirtschaft ist durch die. enge 
Verknüpfung mit der Gesamtwirtschaft von vielen Risiken be- 
droht, die eine Betriebsleitung nur dann auf ein erträgliches Maß 
herabmindern kann, wenn sie diese Risiken genau kennt, entspre- 
chend handelt und fähig ist, ihre Betriebsdispositionen den jeweiligen 
gesamtwirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen, 
Trotz der augenblicklichen schlechten Wirtschaftslage darf sich der 
Malermeister nicht von einer pessimistischen Wirtschaftsauffassung 
leiten lässen, denn eine derartige Auffassung führt zu übervorsich- 
tigem Handeln und zu einem Mangel an Entschlußfähigkeit, Die 
elementare Forderung der Anpassung an die wirtschaftlichen Ver- 
hältnisse kann der Malermeister nur erfüllen, wenn er nicht nur ein 
Vollendeter Techniker und Künstler in seinem Betriebe, sondern auch 
ein guter Kaufmann ist. Er muß sich bewußt sein, daß eine Betriebs- 
kapitalerhaltung und -vermehrung und eine Ertragserzielung 
nur möglich ist, wenn der Wert der zur Ausführung der Leistungen 
notwendigen Aufwandsgüter (Farbe, Geräte, Werkzeuge usw.) in der 
Regel hinter dem Werte der Leistungen zurückbleibt, Zur Durch- 
führung einer richtigen Kapitalerhaltungspolitik benötigt der Be- 
triebsleiter eine gute Kalkulation, der eine konsequent durchgeführte 
Abschreibungsmethode zugrunde liegen muß. In dem Bestreben, zwi- 
Schen den Aufwands- und Leistungswerten eine mög- 
lichst große Spannung zu erzielen, darf die notwendige Rücksicht- 
nahme auf gerechte Entschädigung und Gesundheit der Leistenden, 
Sowie auf Qualität und Preis der Leistungen nicht verloren gehen, Je 
Mehr der Handwerker das Wesen der wirtschaftlichen Betriebsfüh- 
tung erkennt. um so mehr wächst die Nachfrage nach seinen Lei- 
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