Full text : Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

führung im Handwerk zusammengestellt hat, beherrschen‘. Da die
chemische Analyse vieler Farbenmischungen häufig keine einwandfreien
 Ergebnisse erbringt, sind die meisten Malereinkaufsgenossenschaften
 dazu übergegangen, ihre Farben selbst zu mahlen und zu
mischen, Auf diese Weise ist den Genossen die Gewähr für wirklich
einwandfreie Ware gegeben.
Diese Sicherung der guten Qualität der Rohstoffe wird noch
durch den Bezug bei der Zentraleinkaufsgenossenschaft verstärkt.
Diese ist vor allem in der Lage, durch die Auswahl ihrer Lieferanten
für einwandfreie Ware Sorge zu tragen. Zu diesem Zwecke besteht
neben der deutschen Zentraleinkaufsgenossenschaft der Maler, der
„Handwerker-Großeinkaufs- und Großlieferungsgenossenschaft e, G.m.
b. H., Berlin“ (Heka), die zu über 90 % von Malergenossenschaften getragen
 wird, auch noch eine besondere Produktivgenossenschaft, die
„Kreidebetriebsgenossenschaft Berlin-Greifswald, e, G. m. b. H.,
die die Kreideversorgung der Einkaufsgenossenschaften durchzuführen
hat, Gleichzeitig hat es die „Heka‘ erreicht, daß den Genossenschaften
 von den Fabriken dieselben Bedingungen und Preise eingeräumt
werden, wie den Großhändlern,
Eine gut geleitete Malereinkaufsgenossenschaft wird in der Lage
sein, ihren Mitgliedern erhebliche Preisvorteile zu verschaffen. Allerdings
 muß sie dabei auch eine bestimmte Preispolitik verfolgen, Ihr
Ziel muß sein, neben einer normalen Kapitalverzinsung den Genossen
eine möglichst hohe Warenrückvergütung gewähren zu können,
um damit auch gleichzeitig einen Anreiz zur Erhöhung des Absatzes
zu geben, Zur Erzielung einer elastischen Preisgestaltung wird die
Genossenschaft in Form eines „Warenpreis-Ausgleichskonto‘ eine besondere
 offene Reserve legen?
Die Wirkung des genossenschaftlichen Einkaufes zeigt sich bei
dem einzelnen Genossen in der Kalkulation, Neben der Erniedrigung
der Rohmaterialpreise stehen aber auch noch Ersparnisse an Unkosten.
 Die unproduktive Zeit, die der Meister sonst zum Einkauf
und zur Materialprüfung aufwenden mußte, ist auf ein Minimum herabgedrückt,
 Ein eigenes Lager von größerem Ausmaße ist für den
Einzelbetrieb nicht mehr erforderlich, denn die Genossenschaft übernimmt
 die Lagerhaltung, Außerdem bestehen noch indirekte Vorteile
 dadurch, daß infolge der besseren Qualität der Rohstoffe eine
Rohstoffersparnis eintreten kann, und Reklamationen der Kundschaft
wegen schlechter Qualität in Wegfall kommen.
* Das Forschungsinstitut, sowie die Bezirksstellen, sind zu evtl. Untersuchungen
 gerne bereit,
-? Siehe Rößle, Dr. Karl, Zur Betriebsführung der Handwerksgenossenschaft,
 Karlsruhe 1927.

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