Full text: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

Forschungsinstitut für Karlsruhe, 
rationelle Betriebsführung im Handwerk, 
Abt. Materialprüfung. 
Gutachten, 
Die Firma St, in N, übersandte dem Forschungsinstitut für ra- 
tionelle Betriebsführung im Handwerk eine Musterserie der in ihrem 
Betriebe hergestellten Pinsel mit dem Ersuchen um Beurteilung die- 
ser Pinsel hinsichtlich der Eignung zu den gebräuchlichsten Anstreich- 
und Malverfahren sowie ihrer Leistungsfähigkeit, besonders auch im 
Vergleich zu anderen Pinselarten, 
Die Prüfung wurde, soweit es sich technisch ermöglichen ließ, 
in eingehender Weise durchgeführt, die zur Beurteilung erforder- 
lichen Anstreich- und Malversuche wurden von einem erfahrenen 
Fachmann (Malermeister) in meiner Gegenwart vorgenommen. 
Die Prüfung führte zu den folgenden Ergebnissen: 
1, Der Musterpinsel ist ein Vollpinsel, zu dessen Herstellung nur 
bestes Borstenmaterial verwendet ist (vgl, auch Punkt 7a). 
2, Die Eignung des Pinsels zum Malen und Anstreichen mit 
Wasser-, Leim- und Ölfarben, sowie zum Arbeiten mit Lacken läßt 
sich folgendermaßen beurteilen: 
a) Für Arbeiten mit den an sich sehr dünnflüssigen Wasser- und 
Leimfarben wird im allgemeinen ein gut voller, doch nicht zu 
fester Pinsel gewählt. Diese Eigenschaftem besitzt der Muster- 
pinsel in hohem Maße, Die Farben fließen gut und lassen sich 
leicht verstreichen. 
5) Bezüglich der Verwendung des Pinsels zu Ölfarbanstrichen 
wurden anfängliche Bedenken, daß der sehr volle Pinsel sich 
zu voll saugt und dadurch ein Klecksen bzw, ungleichmäßiges 
Auftragen der Ölfarbe verursacht, durch die praktischen Ver- 
suche durchaus widerlegt, Es wurde im Gegenteil ein leichtes 
und angenehmes Arbeiten festgestellt, Voraussetzung ist da- 
bei natürlich, daß der Pinsel — wie jeder andere Pinsel auch — 
nicht zu weit, d, h, nicht weiter als etwa 2% der freien Borsten- 
höhe, in die Farbe eingetaucht wird. 
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