Wo fehlt es bei unsern Anstrichverfahren?
Von Dr, Asser, Wandsbek, i. Fa. Gustav Ruth A.-G.,, Wandsbek
Daß der Anstrich hauptsächlich zur Erhaltung von Holz, Steinen
und Eisen dient, ist allgemein bekannt, Er ist unstreitbar ein sehr
wichtiges wirtschaftliches Hilfsmittel geworden, denn er bietet gute
Möglichkeiten, die großen Werte, die in diesen schutzbedürftigen
Stoffen stecken, vor einem gar zu schnellen Verfall zu bewahren.
Wenn man sich fragt, ob die wirtschaftlich so wichtige Anstrich-
technik auch wirklich so nachdrücklich von allen daran beteiligten
Kreisen gefördert wird, wie es ihrer Bedeutung entspricht, so muß
man leider mit einem klaren „Nein antworten, Selbst auf den Uni-
versitäten, technischen Hochschulen und den sonstigen technischen
Lehranstalten hört man nichts über die Grundlagen des Anstrichs.
Man nimmt das Bestehende also als genügend hin und verpaßt so die
Möglichkeit, weite Ingenieur- und Chemikerkreise zum Verständnis
und zur Mitarbeit auf einem Gebiet heranzuziehen, wo sie dringend
Notwendig ist,
Die bisherigen Anstrichverfahren mit dem Pinsel sind für sehr
Viele wichtige Arbeitsfälle unbedingt zu teuer und sind durch aus-
ländische, bessere Arbeitsverfahren vielfach überholt worden. Der
BSewöhnliche Anstrich von Brücken z. B. erfordert nur ungefähr 20
vy, H. Materialkosten, dagegen aber 80 v. H, Arbeitslohn. Beim Wag-
gon- und Autolackieren liegen die Verhältnisse ähnlich, Es muß daher
angestrebt werden, hier die Handarbeit durch mechanische Änstrich-
Verfahren zu ersetzen,
Die Entrostung, die dem neuen Anstreichen vorangehen muß,
wird noch von Hand vorgenommen und erfordert verhältnismäßig
viel Zeit. Die Sandstrahlentrostung bietet hier allerdings schon einen
Fortschritt, ist aber noch lange nicht als die beste Lösung für alle
Entrostungsarbeiten anzusehen. Daher müssen noch andere Verfahren
gefunden werden, die ebenso vorteilhaft arbeiten wie die Sandstrahl-
entrostung, bei denen aber der Nachteil der Staubentwicklung aus-
geschaltet ist.
_ Weiterhin ist die Arbeitsleistung beim Anstreichen mit dem
Pinsel so außerordentlich gering, daß sich dadurch die hohen Kosten
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