für die Anstricharbeiten ergeben, Teilweise ist der Pinsel allerdings
schon durch die Spritzlackierpistole ersetzt, die wohl für die meisten
Arbeiten eine bis zum Zehnfachen höhere Arbeitsleistung ermöglicht.
Die Einrichtung von Spritzlackierständen in den meisten Betrieben
hätte aber schon viel mehr gefördert werden können, wenn diese Frage
mehr vom Ingenieur als vom Lackierer allein behandelt worden wäre,
Die Anpassung der Lackierpistolen an die verschiedenartigen Anfor-
derungen des Anstreichens und die Schaffung richtiger Entlüftungs-
anlagen ist außerordentlich wichtig zur Erzielung von Arbeitsfort-
schritten im Lackiergang.
Bis heute ist es z, B. noch nicht gelungen, bei der Innenlackierung
der Abteile von Eisenbahnwagen und der Kajüten eine genügend
wirkungsvolle Entlüftung zu erzielen, weil die Ingenieurkreise die
Bearbeitung dieser Frage noch gar nicht aufgegriffen haben.
Die feine Lackierarbeit in der Waggon- und Autolackiererei
und ähnlichen Betrieben wird dadurch besonders verteuert, daß der
zum Glätten der Lackierfläche notwendige Spachtel bisher noch von
Hand geschliffen werden muß, eine Arbeit, die sehr viel Lohn und
Zeit erfordert, Die Schaffung eines schnell und gut arbeitenden
Schleifgeräts ist deshalb eine dringende Notwendigkeit.
Die Abkürzung der langen Trockenzeit und damit Entlastung der
Lackierbetriebe durch Schaffung leistungsfähiger, billiger Trocken-
anlagen ist eine weitere Aufgabe, die in das Arbeitsgebiet des In-
genieurs fällt,
Mit diesen Hinweisen sind die Möglichkeiten für die Mitarbeit
des Ingenieurs im Anstrichwesen selbstverständlich keineswegs er-
schöpft. Es sollte damit nur eine kleine Anzahl der Aufgaben ange-
deutet werden, denen sich der Ingenieur auf diesem Gebiet widmen
kann. Die Lackierindustrie rechnet hier sehr mit der Mitarbeit der
Ingenieurkreise, um eine wesentliche Verbilligung der Anstrichver-
fahren zu erreichen.
Die Wirtschaftlichkeit im Anstrichwesen muß aber nicht nur von
der technischen, sondern auch von der chemischen Seite gefördert
werden, Es ist noch nicht sehr lange her, daß es hieß, dort, wo die
analytischen Methoden aufhören, beginnt das Gebiet der Lack-
erzeugung! Man sollte annehmen, daß sich angesichts der Sachlage die
wissenschaftliche Chemie dieses volkswirtschaftlich wichtigen For-
schungsgebietes schon längst bemächtigt hätte, um die großen Lücken
unseres Wissens hier auszufüllen. Leider ist aber auch nicht an-
nähernd das Nötigste geschehen, Die Regierung und mit ihr die Hoch-
schulbehörden haben die wirtschaftliche Bedeutung und Notwendig-
keit wissenschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Anstrichmittel
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