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Trade Methods“ 1 ) kommt zu folgenden Schlüssen; Der englische
Kaufmann paßt sich zu wenig den Forderungen seiner Kunden an.
Ihm schadet vor allem seine Abneigung gegen das sonst übliche
metrische System, ferner die gegen den Kleinhandel und seine Re
serve in der Kreditgewährung. Der Deutsche ist ihm von Hause
aus überlegen durch die Art des Unterrichts, durch die Sprach-
kenntnisse der Reisenden und dann durch das System, junge Deutsche
über die ganze Welt zu schicken, um selbständig Kenntnisse und
Erfahrungen auf dem Weltmärkte zu sammeln.
Eine weitere Erörterung dieser Verhältnisse würde uns zu weit
vom Thema abführen, indessen glaubte ich sie wenigstens in dieser
Kürze berühren zu müssen, da die Industrie, zunächst die Weberei,
Wirkerei usw. und in zweiter Linie die Spinnerei sehr von dem
Handel, von den Erfolgen des deutschen Kaufmanns auf dem Welt
markt abhängt. Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf auf
merksam machen, daß man aus einer reinen Vergleichung der handels
statistischen Nachweise nicht den geringsten Schluß ziehen kann auf
die Prosperität der Industrie. Der Wert, den die Handelsstatistik
z. B. für die einzelnen Positionen der Gattung „Baumwollwaren“ in
der Ausfuhr angibt, ist ein von Sachverständigen nach Jahresschluß
berechneter, er fällt daher nicht zusammen mit dem Preis, der den
deutschen Exporteuren gezahlt wird. In den Zeiten der Überproduk
tion wird oft billiger an das Ausland verkauft als auf dem ein
heimischen Markt und sogar unter den Herstellungskosten, also mit
Verlust, denn es ist immerhin vorteilhafter, die Waren mit Verlust
zu verkaufen, als den ganzen Geschäfts- und Betriebsapparat Still
stehen zu lassen. So wird man also ein Anwachsen der Export
ziffern, sei es der Menge oder dem Werte nach, stets mit Vorsicht
aufzunehmen haben.
x) Pari. Paper C. 9078. Zitiert bei K. Rathgen, Die englische Handelspolitik
am Ende des 19. Jahrhunderts. Schriften d. V. f. Sozialpolitik, Bd. XCI, S. 125. Die
Originalquelle stand mir leider nicht zu Gebote.