Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

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was sich auch bei einer Aufzeichnung sämtlicher möglicher und günstiger
 Fälle ergäbe.
[n diesem Beispiel rührt die Schwierigkeit, welche damit verbunden
 sein kann, eine Wahrscheinlichkeit als das Produkt zweier
anderer zu finden, von der Tatsache her, daß sich die Wahrscheinlichkeit
 dafür, eine Karo- Karte im zweiten Zug zu erhalten, verschieden
 stellt, je nachdem die zuerst gezogene Karte ein Karo-As
oder eins der übrigen Asse ist, und es handelt sich hier um eine ganz
allgemein vorkommende Schwierigkeit. Beispielsweise findet man
nach der dänischen Heiratsstatistik der Jahre 1916—20 1, daß die
Wahrscheinlichkeit dafür, daß ein Bräutigam, der nicht früher verheiratet
 gewesen ist, bei der Trauung 30 bis 35 Jahre alt ist, ca.
7,15 ausmacht; die Wahrscheinlichkeit dafür, daß das Alter der Braut
zwischen 20 und 25 Jahren liegt, bestimmt man ganz analog auf
ca. 0,51; hat man jedoch allein die Bräute, welche sich mit 30- bis
35jährigen Männern verheiraten, vor Augen, dann wird die Wahrscheinlichkeit
 dafür, daß die Braut zwischen 20 und 25 Jahren ist, nur
ca. 0,36, so daß die Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Getrauten ein
Mann zwischen 30 und 35 Jahren und eine Frau zwischen 20 und
25 Jahren sind, ca. 0,15-0,36 = ca. 0,054 ist; dasselbe Resultat wird
arreicht, wenn man von einer Wahrscheinlichkeit von 0,51 dafür,
daß die Braut im Alter zwischen 20 und 25 Jahren steht, ausgeht
und diese Wahrscheinlichkeit mit der Wahrscheinlichkeit dafür, daß
jer Bräutigam, wenn die Braut 20 bis 95 Jahre alt ist, selbst im
Alter von 30 bis 35 Jahren steht, multipliziert; diese letzte Wahrscheinlichkeit
 ist nur ca. 0,106, und es ergibt sich auch in dieser
Weise die gesuchte Wahrscheinlichkeit als 0,51-0,106 == 0,054.
Ebenso wie beim Additionstheorem findet sich indes eine umfangreiche
 Gruppe von Fällen, in denen das Multiplikationstheorem
'eicht anzuwenden ist, nämlich die Fälle, in denen die Wahrscheinlichkeit
 für das Eintreffen ’des Ereignisses B entweder unverändert
ist oder mit Billigkeit als unverändert erwartet werden kann, einerlei
ob das Ereignis A im voraus eingetroffen ist oder nicht.
In diesem Falle ergibt sich also
De = De oder = A,
hieraus folgt indes nach der Lehre von den Proportionen, daß auch

1) Vgl. Statistisk Tabelveerk, 5. Rk. Litra A, Nr. 15: Agteskaber, Fodte og
Dode i 1916—20, Kobenhavn 1924, S. 19%
            
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