Full text: Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

——— V. Die Wolframlagerstätten des Transbaikalgebietes 60 
unbekannten Süd- und Ostflügel des Gesamtgebietes die Außen- 
hülle bildet, bleibt späteren Untersuchungen vorbehalten. Immer- 
hin schließt es sich, soweit die bisherigen Beobachtungen zeıgen, 
kranzförmig an die Wolframitzone, dıe sie im NO und SO um- 
säumt, an. Ob sie überall und gleichmäßig entwickelt ist, kann 
zurzeit noch nicht gesagt werden, muß aber bezweifelt werden, 
da bei ihrer Entstehung verschiedene, uns unbekannte geolegisch- 
mineralogische Faktoren mitgespielt haben dürften. Vielleicht 
erfordert ihre Ausbildung ein kalkhaltiges Nebengestein, übrigens 
eine Ansicht, der man wiederholt Ausdruck gegeben hat. Te- 
tjaev glaubt in ihrem Auftreten bereits Anzeichen einer Tem- 
peraturabnahme bei den erzbringenden Lösungen sehen zu müssen 
und beruft sich hierbei auf Fitch und Loughlin (Wolframite 
and Scheelite at Leadville, Colorado. Economic Geology. v. XI. 
1916. Nr. 7), nach denen in Colorado der Scheelit in einer Tiefe 
von 500 Fuß von Wolframit ersetzt wurde, der bis 900 Fuß Teufe 
anhielt. Zur Klärung dieser Frage sind noch genaue paragenetische 
Untersuchungen der betreffenden Lagerstätten erforderlich. Eine 
Lösung dieses Problems käme zweifelsohne auch der Praxis zugute. 
Die Lagerstättenkarte des Transbaikalgebietes (Fig.2.5.16) zeigt, 
daß der ganze nordöstliche Flügel der Wolfram-Zinnpıovinz von 
einem weiten Gebiet rein sulfidischer Erzlagerstätten umschlossen 
wird, und zwar beteiligen sich daran Kupfererze und Blei-Silber- 
Zinkerze, wobei in großen Zügen genommen jene zumeist nach 
innen vorgeschoben sind, während diese mehr dem Außenrande 
angehören. In nächster Nachbarschaft der Wolframlagerstätten 
(Klitki, Algati, Akatui) kennzeichnen Gänge diese Lagerstätten 
und erst weiter abseits von diesen werden sie durch den meta- 
somatischen Typus verdrängt. Im O kann man diese Zone südlich 
von Charanor, wo im Massiv von Ikiri Kupfer- und Bleierzgänge 
festgestellt worden sind, bis zur Silinskij-Hütte verfolgen. Nord- 
westlich der Zinnvorkommen liegen die Aginski-Kupferlagerstätten. 
Auch weiter in der Bergkette von BorStovotni sind, wenn auch 
unbauwürdige Bleierze erschürft, die in ihrer geologischen Stellung 
denen der Silinskij-Hütte entsprechen. 
Über die Erzverteilung des noch wenig bekannten Südwest- 
flügels liegen ungenügende Angaben vor. Sie greift anscheinend 
in die benachbarte Mongolei hinüber. 
Die bisherigen Beobachtungen fügen sich in den Rahmen
	        
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