75
Die Bedeutung des Tausches im ñrbeits- u. Wertbildungsprozeß
eine Zache als „ein räumlich begrenztes Ztück der kör
perlichen Welt, dessen Begrenzung durch die Natur
oder durch menschliche Willkür gegeben ist".
Diese Definition läßt es ganz offen, ob nicht auch
gelegentlich der Nlensch als ein räumlich begrenztes
btück der körperlichen Welt zur Sache werden kann,
jedenfalls macht sie den Grund und Boden dazu, und
hier liegt der Widersinn.
Wenn jedes durch menschliche Willkür abgegrenzte
5tück der körperlichen Welt „Zache" ist, dann sind ganze
Länder weiter nichts als Sachen, dann ist Amerika
eine Zache, Europa eine Sache, ja, schließlich sind alle
vom Nleer umspülten Erdteile eine Zache. Das ist doch
ohne Zinn. Eine Definition hat doch den Zweck,
unterscheidende Merkmale aufzustellen, nicht neue
Worte für alte Begriffe zu konstruieren, wenn alles,
was es gibt, Zache ist, dann brauchen wir das Wort
ja gar nicht. Der Sprachgebrauch hat es geschaffen,
um etwas zu bezeichnen, was im Gegensatz zu der
den Menschen umgebenden Natur steht.
Viel besser ist in dieser Einsicht das alte Preu
ßische Allgemeine Landrecht, indem es I, 2, § 3 eine
bache definiert als „einen Gegenstand, welchem ent
weder von Natur oder durch die Übereinkunft der
Wenschen eine Zelbständigkeit zukommt, vermöge deren
er Objekt eines dauernden Rechtes fein kann", nur
iaucht hier wieder die Frage auf: was ist unter Gegen
stand zu verstehen, sind 100 ha Land, sind ganze Pro
vinzen, Reiche, Erdteile Gegenstände? Je nachdem man
dieses bejaht oder verneint, ist die Definition richtig
oder verkehrt.
Wir sollten meinen, daß eine Zache am einfachsten
und klarsten wie folgt zu definieren sei: „ein räum-