ie Die Profittheorie
der unhistorische Gesichtspunkt der Böhmschen Werttheorie ihn
gebracht hat, haben wir bereits aus dem Vorhergehenden gesehen.
Zu noch größeren Widersprüchen und Konflikten mit der Wirklichkeit
führt dieser Gesichtspunkt in der Verteilungstheorie, im
besonderen in der Profittheorie.
2. DER KAPITALBEGRIFF. „KAPITAL“ UND „PROFIT‘“ IM
„SOZIALISTISCHEN“ STAAT
Seine Analyse des Kapitalbegriffs beginnt Böhm-Bawerk damit,
daß er den einmal liebgewonnenen „isolierten Menschen“
bald „mit der nackten Faust‘ arbeiten läßt, bald ihn mit Produktionsmitteln
versieht, die von diesem Menschen selbst hergestellt
werden. Daraus folgert er, daß es überhaupt zwei Produktionsmethoden
gibt: „Entweder... werten wir unsere Arbeit ganz
knapp vor dem Ziele ein... oder wir schlagen absichtlich einen
Umweg ein®“, d. h., wir gehen entweder direkt auf das Ziel aus
oder unternehmen einige vorläufige Operationen (die Produktion
der Produktionsmittel). Da im letzteren Falle der Mensch die
Naturkräfte zur Hilfe nimmt, die „stärker als die nackte Faust‘
sind, so ist die Benutzung des „Umwegs‘‘ von größerem Erfolg
begleitet, als wenn nur mit „der nackten Faust‘ gearbeitet wird.
Diese allgemeinen Sätze genügen Böhm-Bawerk, um zu einer
Definition des Kapitals und der kapitalistischen
Produktionsweise zu kommen.
„Die Produktion, die kluge Umwege einschlägt, ist nichts anderes,
als was die Nationalökonomie die kapitalistische
Produktion nennt, so wie die Produktion, die geradeaus mit der
nackten Faust auf das Ziel zugeht, die kapitallose Produktion
darstellt. Das Kapitalaber ist nichts anderes als
der Inbegriff der Zwischenprodukte, die auf
den einzelnen Etappen des ausholenden Umweges
zur Entstehung kommen".“ Und an anderer
Stelle: „Kapital überhaupt nennen wir einen
Inbegriff von Produkten, die als Mittel des
Gütererwerbes dienen. Aus diesem allgemeinen Kapitalbegriff
löst sich als engerer Begriff der des Sozialihren
(d. h. der besagten Oekonomen. N. B.) grundlegenden Standpunkt nicht
teilen, erkennen wir dennoch (!) an, daß sie in ihren Prinzipien der Enthaltung,
Zurechnung und Grenzproduktivität solche Argumente brachten, mit
denen ernst zu rechnen ist.“ Schaposchnikow entgeht es, daß diese „Prinzipien“
mit dem unhistorischen Standpunkt untrennbar verbunden sind. Darin
aber liegt das Wesen der Sache.
9 Böhm-Bawerk: „Positive Theorie“, S. 15.
12.7 SUR1:
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