Full text: Die politische Ökonomie des Rentners

Schi 17/5 
entsprechenden Produktionsverhältnisse einnimmt, so ist es klar, 
daß nur bei dem beschränkten Gesichtskreis, der allen Rich- 
tungen des bourgeoisen theoretischen Denkens eigen ist, man bei 
den Marktbeziehungen stehen bleiben oder den vorhandenen 
„‚Gütervorrat‘“ zur Basis der Betrachtungen machen kann. Weder 
diejenigen, die sich auf die Analyse der sich auf dem Markte be- 
wegenden ‚„richesses venales‘“‘ beschränken, noch die, welche ihr 
Augenmerk auf das Verhältnis zwischen dem im voraus gegebe- 
nen Konsumtionsding, dem „Gute‘“, und dem wirtschaftenden 
Individuum richten, können die funktionelle Rolle des Tausches 
begreifen, als einer notwendigen gesetzmäßigen Erscheinung, die 
einer Gesellschaft von Warenerzeugern immanent zukommt. Und 
doch ist es klar, wie die richtige Problemstellung sein muß: 
„In dem Vollzug aller in dieser (d. h. der Waren produzieren- 
den. N. B.) Gesellschaft möglichen Tauschakte muß sich das 
durchsetzen, was in einer kommunistischen, bewußt geregelten 
Gesellschaft mit Bewußtsein durch das gesellschaftliche Zentral- 
organ bestimmt wird: Was und wieviel produziert wird, wo und 
von wem produziert wird. Kurz, der Austausch muß den Waren- 
produzenten dasselbe mitteilen, was den Mitgliedern der sozia- 
listischen Gesellschaft ihre Behörden, die mit Bewußtsein die 
Produktion regeln, die Arbeitsordnung bestimmen usw. Die 
Aufgabe der theoretischen Oekonomie ist es, das Gesetz des so 
bestimmten Austausches zu finden. Aus diesem Gesetz muß eben- 
so die Regelung der Produktion in den warenproduzierenden Ge- 
sellschaften hervorgehen, wie aus den Gesetzen, Verordnungen 
und Vorschriften sozialistischer Behörden der ungestörte Ablauf 
sozialistischer Wirtschaft. Nur daß dieses Gesetz nicht direkt mit 
Bewußtsein menschliches Verhalten in der Produktion vor- 
schreibt, sondern nach Art eines Naturgesetzes wirkt mit ‚so- 
zialer Naturnotwendigkeit“‘*.“ 
Mit anderen Worten: Als Untersuchungsobjekt ist uns eine 
anarchisch aufgebaute Gesellschaft von Warenproduzenten ge- 
geben, die sich entwickelt und wächst, d. h. es ist ein bestimmtes 
subjektives System gegeben, das unter den Bedingungen des 
dynamischen Gleichgewichts steht. Es fragt sich, wie dieses 
Gleichgewichtunter diesen Bedingungen mög- 
lich ist. Eine Antwort darauf gibt die Arbeitswerttheorie. 
Die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft ist nur beim 
Wachstum ihrer Produktivkräfte möglich, d. h. der Produktivität 
1 R. Hilferding: „Das Finanzkapital“, S. 2 u. 3. 
ohhIfß
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.