2 Einleitung
geoisie in die Produktionssphäre hinein, der vorher abseits stand
(sofern das Bankkapital in die Industrie hineingezogen und dadurch
zum Organisator der Produktion wird), — so die Organisatoren
und Leiter der Trusts, — dieser in hohem Maße aktive
Typus, dessen politische Ideologie der kriegerische Imperialismus
und dessen Philosophie der aktive Pragmatismus ist. Dieser
Typus ist bedeutend wenigerindividualistisch, denn
er ist in Unternehmerorganisationen großgezogen, die immerhin
eine Gesamtheit darstellen, in dem der persönliche Wille bis zu
einem gewissen Grade in den Hintergrund tritt. Dementsprechend
unterscheidet sich auch die Ideologie dieses Typus von der eines
Rentners: sie rechnet mit der Produktion, sie wendet sogar die
„Sozial-organische‘“ Forschungsmethode der gesamten gesellschaftlichen
Wirtschaft an“. Die amerikanische Schule stellt
das Produkt der progressierenden, keinesfalls aber der degradierenden
Bourgeoisie dar; von den zwei gegenwärtig bestehenden
Tendenzen — der des fortdauernden Aufstieges und der beginnenden
Zersetzung — drückt sie nur die erstere aus; nicht umsonst
ist diese Schule vom amerikanischen Geiste durchdrungen,
von dem Geiste des Landes, von dem der Sänger des Kapitalismus,
Sombart, sagt: „Alles, was der kapitalistische Geist an
Konsequenzen in sich trägt, ist heute am höchsten in den Vereinigten
Staaten zur Entwicklung gelangt. Hier ist seine Stärke
einstweilen auch noch nicht gebrochen. Hier ist einstweilen noch
alles Sturm und Wirbel**.‘“
Also, gerade der Rentnertypus ist der Grenztypus des Bourgeois
und die Grenznutzentheorie — die Ideologie dieses Grenztypus.
Vom psychologischen Gesichtspunkte aus ist sie deshalb
bemerkenswert; ebenso vom logischen Gesichtspunkt aus, da es
doch offensichtlich ist, daß die Amerikaner ihr gegenüber
Eklektiker sind. Und gerade darum, weil die österreichische
Schule die Ideologie des Grenztypus der Bourgeoisie ist, stellt sie
die völlige Antithese zur Ideologie des Proletariats dar: der Objek-?8
Siehe die Analyse der Amerikaner vom Standpunkte der österreichischen
Schule bei Schumpeter: „Die neuere Wirtschaftstheorie in den Vereinigten
Staaten“ im Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft
im Deutschen Reiche. Herausgegeben von Schmoller, 34. Jahrg.,
3. Heft, besonders die Seiten 10, 13, 15.
2 W. Sombart: „Der Bourgeois‘, S. 193. Man darf nicht vergessen, daß
sogar viele amerikanische Milliardäre self-made-men sind, die noch keine Zeit
hatten, an Geist alt zu werden.
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