Full text: Die politische Ökonomie des Rentners

52 Die methodologischen Grundlagen d. Grenznutzentheorie u. d, Marxismus 
deshalb außer der Untersuchung der allgemeinen Bedingungen 
der Warenwirtschaft (das Vorhandensein dieses Elementes allein 
würde der Theorie der einfachen Warenproduktion entsprechen) 
noch die Untersuchung der spezifischen Struktur des Kapitalis- 
mus selbst. Nur wenn die Fragen so aufgestellt werden, kann eine 
wirklich wissenschaftliche ökonomische Theorie gegeben werden. 
Will man nicht auf eine Verherrlichung und Verewigung der 
kapitalistischen Verhältnisse ausgehen, sondern diese theoretisch 
erforschen, so muß man ihre typischen Eigenschaften heraus- 
heben und analysieren. Gerade so verfährt Marx. Sein „Kapital“ 
leitet er mit folgenden Worten ein: „Der Reichtum der Gesell- 
schaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, 
erscheint als eine „ungeheure Warensammlung“‘‘, die einzelne 
Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt da- 
her mit der Analvse der Ware**.‘““ 
Und so wird von Anfang an die Untersuchung auf das histo- 
rische Gleis gebracht. Die darauf folgende Marxsche Analyse 
zeigt, daß nun die gesamten grundlegenden ökonomischen Be- 
griffe einen historischen Charakter haben“. „Das Arbeitsprodukt 
— schreibt Marx über den Wert — ist in allen gesellschaftlichen 
Zuständen Gebrauchsgegenstand, aber nur eine historisch be- 
stimmte Entwicklungsepoche, welche die in der Produktion eines 
Gebrauchsdinges verausgabte Arbeit als seine ‚gegenständliche’ 
Eigenschaft darstellt, d. h. als seinen Wert, verwandelt das Ar- 
beitsprodukt in Ware*®.“ / 
Dasselbe sagt Marx über das Kapital: „„...das Kapital ist kein 
Ding, sondern ein bestimmtes, gesellschaftliches, einer bestimm- 
ten historischen Gesellschaftsformation angehöriges Produktions- 
verhältnis, das sich an einem Ding darstellt und diesem Ding 
einen spezifischen gesellschaftlichen Charakter gibt. Das Kapital 
ist nicht die Summe der materiellen und produzierten Produk- 
tionsmittel. Das Kapital, das sind die in Kapital verwandelten 
Produktionsmittel, die an sich so wenig Kapital sind, wie Gold 
oder Silber an sich Geld ist*®.“ 
46 Karl Marx: „Kapital“, Bd. I, S. 1. 
47 Eine Zusammenfassung der methodologischen Ansichten von Marx gibt 
die öfters von uns zitierte „Einleitung“. Hinsichtlich der historischen und un- 
historischen „Bedingungen der Produktion“ faßt Marx seine Gedanken wie 
folgt zusammen: „zu resumieren: es gibt allen Produktionsstufen gemeinsame 
Bestimmungen, die vom Denken als allgemein fixiert werden, aber die So- 
genannten allgemeinen Bedingungen aller Produktion sind nichts 
als diese abstrakten Momente, mit denen keine wirkliche geschichtliche Pro- 
duktionsstufe begriffen ist.“ (S. XX.) 
48 Karl Marx: ‚Kapital‘, Bd. I, S. 28. 
4 Karl Marx: Bd. II, 2. Teil, S. 349.
	        
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