YA Il. Geographische na
| Verhältnisse.
Die Länder des lateinischen Amerika: Mexiko, die Staaten
von Zentral- und Südamerika, gehören, soweit sie für. die
vorliegende Untersuchung in Betracht kommen, der tropischen,
subtropischen und gemäßigten Zone an, während die
alten Industrieländer ausschließlich in der nördlichen .gemäßigten
Zone liegen. Verfolgt man nun die aus der einfachen
Feststellung dieses Unterschieds sich ergebenden Erscheinungen
im einzelnen, so findet man schon dadurch
einen Teil der Gründe für die Schwierigkeit industrieller Entwicklung
in diesen Ländern. Für eine solche Entwickelung
im großen spricht eigentlich nur der eine, allerdings schwerwiegende
Umstand, daß diese Länder die Haupterzeugungsgebiete
für Rohstoffe sind, also der Begründung einer Industrie
an Ort und Stelle die günstigsten Bedingungen bieten.
Diesen Vorteilen stehen aber eine solche Menge von. bis
jetzt mit Recht für ausschlaggebend angesehenen Schwierigkeiten
entgegen, daß man den bisherigen Gang der Entwicklung
sehr wohl verstehen und erklären kann.
Zieht man in Betracht, daß die Industrie eine höhere
Stufe in der wirtschaftlichen Entwickelung darstellt und aus
einer früheren tieferen Stufe, nämlich der Gewinnung der
Bodenerzeugnisse, hervorgegangen ist, die die Mittel für die
Einrichtung der bis zu ihrem ersten Erzeugnisabsatz ertraglosen
Industrie schafft, so muß man auch hier eine kurze
Untersuchung darüber anstellen, welche Bodenerzeugnisse
die lateinisch - amerikanischen Länder ihrer geographischen
Lage zur Gewinnung von Mitteln zur Gründung fabrikmäßiger
Industrie verdanken. Zweierlei Bodenerzeugnisse kommen
dabei in Betracht: solche, die als vielbegehrte Nahrungsund
Genußmittel nur eine Rolle als Handelsartikel des Weltmarktes
spielen oder aus anderen Gründen wertvolle Ausfuhrmittel
sind, und solche, die als Rohstoffe für industrielle
Verarbeitung sich ihren Platz im Welthandel sichern.
Zu den ersten zählen von den dortigen Erzeugnissen
in der Hauptsache Weizen und Kaffee, sowie Edelmetalle,
Mineralschätze und Erzeugnisse der Viehzucht. Eine Mittelstellung
nehmen Kakao und Tabak, die zwar auch” nur