Object : Logik des Geldes

100  Fünftes  Kapitel.  Zur  Systematisierung  der  Lehren  vom  Papiergelde.
diese  Art  der  Deckung  nicht  imstande,  in  unseren  wirtschaftlichen ­
  Vorstellungen  wie  im  Unterbewußtsein  wirtschaftender ­
  Menschen  die  Garantie  der  Realisierbarkeit
zu  gewähren.
3.  4.  Ähnliches  läßt  sich  über  die  Theorien  der  Fundierung ­
  eines  Papiergeldes  auf  Gewerbebetrieb  oder  auf
Verkehrsmittel  sagen,  Fälle,  die  I.  G.  Fioffmann  in  seiner
Lehre  vom  Gelde  kurz  erörtert  hat.  Wir  gehen  hierauf
nicht  ein.  Daß  es  bedenklich  scheinen  muß,  etwa  Aktien
gewerblicher  Unternehmungen  als  Unterpfand  für  die  Ausgabe ­
  von  Papiergeld  zu  benutzen,  braucht  nicht  auseinandergesetzt ­
  zu  werden.
5.  Wie  steht  es  aber  mit  der  Fundierung  auf  Staafspapiere?
  Adolph  Wagner  hat  darauf  aufmerksam  gemacht,
daß  bei  dem  berühmten  nordamerikanischen  Banknoten-Deckungsprinzip
  die  Liquidität  zugunsten  der  schließlichen
Sicherstellung  hintangesetzt  würde,  zumal  gerade  in  kritischen ­
  Zeiten  der  Verkauf  großer  Massen  von  Staatspapieren ­
  nur  unter  sehr  großen  Verlusten  möglich  wäre.
Ist  nun  auch  bei  den  stets  einlösbaren  Noten  die  Frage  der
Realisierbarkeit  noch  dringender  als  etwa  bei  einem  auf
Staatsschuldverschreibungen  basierten  und  nicht  einlösbaren ­
  Papiergelde,  so  gehen  doch  die  Bedenken  nach  der
gleichen  Richtung.
6.  Die  Fundierung  von  Banknoten  auf  kaufmännische
Wechsel  liegt  bekanntlich  zu  einem  Teile  der  Einrichtung
unserer  Reichsbank  zugrunde.  Eine  unübersehbare  Literatur ­
  behandelt  das  Problem  der  bankmäßigen  Deckung.
Diese  Fundierung  von  Papiergeld  auf  Warenwechsel  hat
neuerdings  Bendixen 1  als  praktische  Lösung  des  Geldproblems ­
  hingestellt.  Von  der  Anweisungstheorie  aus-1

  Das  Wesen  des  Oeldes,  1908.
            
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