Argentinien.
provinzen und die südlichen Provinzen- bewohnen und aus
Mestizen der Ureinwohner und der aus Afrika eingeführten
Negerrasse, aus anderen indianischen Stämmen des Chaco,
der Pampa und Patagoniens und endlich aus zahmen Indianern
und Negern. Unter dem ausländischen Element herrschen
die Italiener vor, dann folgen Spanier und Franzosen, in
kleinen Teilen die Engländer, Deutschen, Schweizer und
Österreicher.
Die Bevölkerung zeigt nach dem nationalen Zensus von
1869 und 1895, sowie nach dem Boletin Demografico Argentino_
von 1905 folgende Bewegung:
1869 1830214
1895. 39540911
1905 5678197
Oder in den Jahren 1893 bis 1905 eine Zunahme von
172 328 Köpfen jährlich. Wie kommt nun diese Zunahme
zustande und entspricht sie den Anforderungen volkswirtschaftlicher
Zweckmäßigkeit ?
Die Zukunft eines Landes, das man als politische und
wirtschaftliche Einheit-betrachtet, hängt in erster Linie von
dem gesunden Wachstum seiner Bevölkerung‘ ab. Damit
dieses in wirklich gesunder Weise sich vollziehen könne, ist
es nötig, daß die minderjährigen und in erster Linie nur
konsumierenden Teile der Bevölkerung nicht zu zahlreich
sind im Verhältnis, zu den volljährigen und produzierenden
Teilen, daß die Bevölkerung sich nicht hauptsächlich in den
Städten ansammelt, während das Land entvölkert bleibt, und
daß die zur Produktion geeigneten Elemente sich in zweckmäßiger
Weise zwischen den einzelnen Industrien verteilen,
d. h. daß in einem Lande, das durch die Natur seines Bodens
und Klimas darauf hingewiesen ist, die Landwirtschaft zu
seiner Haupteinnahmequelle zu machen, wie Argentinien, sich
nicht ein größerer Teil der Bevölkerung in der Industrie,
Gewerbe und Handel betätigt, als in der, Landwirtschaft.
Argentinen befindet sich in dieser Beziehung in ungünstigen
Bedingungen‘). Als das Land sich von der spanischen Herr-Schaft
losriß, hatte man das ganze Gebiet, über das man
eine tatsächliche Herrschaft ausübte, unter den wenigen Bewohnern
geteilt und “damit ein großes Hindernis für die Einwanderung
geschaffen. Als dann später durch Gebietserweiterungen
infolge der Bürgerkriege und der Zurückdrängung
der Indianer große Landflächen dem Staate zufielen,
* Vgl. hierzu: Latzina S. 417 u. f.
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