Argentinien.
landwirtschaftliche Bevölkerung wird sich dann zusammen-
setzen aus einigen hundert großen Grundbesitzern und einer
Sklavenherde, den Pächtern und deren Tagelöhnern. Die
Grundherren werden dasselbe tun wie in Irland, nämlich ihre
Pächter durch allerlei Forderungen bedrücken, um größere
Summen verschwenden zu können, und werden den Pächtern
und den Tagelöhnern gerade nur so viel lassen, als nötig ist,
um nicht. Hungers zu sterben.“
Diese Verhältnisse sind von einschneidender Bedeutung
für die Entwickelung der Fabrikindustrie, indem durch sie
die Bildung eines kaufkräftigen ländlichen Mittelstandes sehr
erschwert und damit die Absatzmöglichkeit für die Industrie
beschränkt wird.
b) Einwanderung.
Nun wäre noch ein. für die Zukunft der Fabrikindustrie
wichtiger Punkt zu untersuchen, das Wachstum der Bevölke-
rung und das Verhältnis zwischen dem nur konsumierenden
und dem produzierenden Teil. Aus der vorstehend (S. 140)
gebrachten Zusammenstellung geht hervor, daß die Bevölke-
rung in den zehn Jahren von 1895 bis 1905. um durchschnitt-
lich 172 328 Köpfe jährlich zugenommen hat, eine Zahl, die
natürlich nicht dem Überschuß der Geburten über die Sterbe-
fälle, sondern in erster Linie der Einwanderung zu danken
ist. Diese gestaltet sich folgendermaßen 5:
1857—1860 20 000
1861—1870 159 570
1871—1880 260 613
1881—1890 846 568
1891— 1900 648 326
1901—1905 526030
Im ganzen 2461 107.
Dieser Zahl steht allerdings eine nicht unbedeutende Jährliche
Auswanderung gegenüber, die in erster Linie‘ durch die
italienischen Saisonarbeiter bedingt ist, die mit Frühjahrs-
anfang zu den Erntearbeiten nach Argentinien kommen und
dann mit einem nicht unbedeutenden Verdienst nach Ab-
Schluß der Ernte wieder in ihre Heimat zurückkehren. Außer
ihnen wandert aber auch immer ein Teil der Ausländer wieder
aus, die in Argentinien sich in ihren Hoffnungen getäuscht
; ') Die sehr beträchtlichen Zahlen der Rückwanderung (jähr-
lichen) sind hierbei berücksichtigt, sonst würde die Anzahl der Ein-
wanderer viel bedeutender sein.
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