fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

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Die Preise der verschiedenen (Getreidearten stehen in einem be- Verhältnis 
stimmten Verhältnis, das in engen Schranken gehalten ist, da sie der verschie 
sich bis zu gewissem Grade, wie wir sahen, gegenseitig zu ersetzen m dl a 
vermögen. Wird der durchschnittliche Roggenpreis nach Gewicht . 
in Deutschland von 1821—50 gleich 100 gesetzt, so war der 
Weizenpreis dazu gleich 134; von 1851—90 123; in Berlin von 
1891—1900 nur 116. Da gerade der Weizen aus den überseeischen 
Ländern in Massen bezogen wird, und darauf die Ermäßigung der 
Transportkosten besonderen Einfluß ausgeübt hat, so ist es begreif- 
lich, daß gerade der Weizen stärker im Preise gesunken ist als die 
übrigen Getreidearten. Von 1821—50 stellte sich der Preis der Gerste 
gegenüber dem Roggen auf 93, für Berlin von 1891—1900 auf 107. 
Die Gerste steht mithin in der neueren Zeit sehr viel höher im Preise 
als das Brotgetreide, Die ältere Ziffer für Hafer war 90, auch sie ist 
fast ebenso gestiegen wie die für Gerste. 
In Halle war der Durchschnittspreis für Weizen von 1761—70 
123 Mk. pro Tonne, von 1771—90 96 Mk.; von 1791—1800 111, von 
1801—20 189, von 1821—30 125, von 1831—40 135, von 1841—50 
157, in den drei Dezennien von 1821—50 blieb der Preis also mit 138 
ganz erheblich hinter dem der ersten zwei Dezennien dieses Jahr- 
hunderts zurück, und wenn die letzten beiden Dezennien eine beträcht- 
liche Senkung des Preisniveaus beobachten ließen, so kann dieses sehr 
leicht schon in den nächsten Dezennien wieder vollständig ausgeglichen 
werden, 
Weit weniger als das Getreide sind in der neueren Zeit die 
übrigen landwirtschaftlichen Produkte im Preise gesunken, dagegen im 
Vergleich zu früheren Zeiten weit stärker gestiegen, weil dabei die 
internationale Konkurrenz weniger zur Geltung kommen konnte. Nach 
den Hallenser Preisen waren gegenüber der Zeit von 1731—50 in den Fleisch und 
letzten Dezennien das Brotgetreide etwa 2! mal, Butter und Fleisch Butter. 
aber viermal so teuer. 
Der Meterzentner Rindfleisch kostete in Preußen von 1821—50 
ca. 50 Mk., in den letzten Dezennien etwa 120, er ist auf das Doppelte 
gestiegen, der Weizen dagegen um noch nicht 25 %; wie das Fleisch 
stieg auch die Butter. 
$ 48. 
Die Entwickelung der Preise der Industrieprodukte. 
Gegenüber den Produkten des Bodens müssen die der Industrie eine 
andere Preisgestaltung haben, weil sie unabhängig von einer bestimmten 
Fläche viel ausschließlicher auf die Wirkung von Kapital und Arbeit 
zurückzuführen sind. Je mehr durch die Kapitalskraft die menschliche 
Leistungsfähigkeit gefördert wird, je geringer sich daher die Her- 
stellungskosten gestalten, um so mehr werden sich auch die Preise 
ermäßigen. Für größere Zeitperioden ist es aber ungemein schwer, 
hier eine richtige Uebersicht zu gewinnen. Einen gewissen Anhalt 
gewähren die Ziffern, welche 1873 auf der Wiener Ausstellung in den 
Preiszusammenstellungen des Freiherrn von Steiger für die böhmische 
Domäne Tloskau gegeben waren. 
(Siehe Tabelle S. 136.) 
Bei weitem am stärksten ist hiernach das Brennholz sowohl innerhalb 
200 Jahre wie innerhalb des letzten Säkulums gestiegen. Dieses entspricht.
	        
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