Full text: Nationalökonomie (Teil 1)

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Getreidepreise in Berlin pro Tonne & 1000 kg in Mark 
jahr 
Weizen 
Roggen | Gerste 
Hafer 
R.-W. 
k* 
1651—1700 
1701—1780 
1751—1800 
1801—1850 
1851— 1900 
74,50 
84/78 
125,32 
185,80 
194/50 
53,40 
62,72 
101,42 
136,00 
154.41. 
54,64 
52/92 
108,40 
127,20 
59210 
52,94 
52,52 
96,50 
136,60 
151.70 
Verhältnis zum Roggen 
Jahr 
Weizen 
Roggen 
Gerste 
Hafer 
> 
1651—1700 
L701—1780 
L751—1800 
1801— 185% 
1851 — ıu 
Se 
351 
2 % 
C & 
‚96 N 
WC) 
107) 
10) 
10) 
100 
102,3 99,1 
84:3 83.4 
1068 95.1 
93,5 100.4 
98,5 983 
(Siehe Tabelle S. 187.) 
Das Getreide, welches von einer bestimmten Bodenfläche gewonnen 
wird, muß, weil diese Oberfläche nur in gegebenem beschränktem 
Umfange vorhanden ist und deshalb gegenüber der wachsenden Be- 
völkerung wertvoller wird, innerhalb größerer Perioden im Preise 
steigen. Nur besondere Fortschritte der Kultur können hiervon, wie 
es in der neuesten Zeit zu beobachten war, Ausnahmen schaffen, die 
man aber nach den bisherigen Erfahrungen auch nur als vorübergehende 
ansehen kann, denn auch in früheren Jahrhunderten sind Rückschläge 
in den Preisen ganzer Dezennien wiederholt zu beobachten gewesen. 
Die vorgelegten Zahlen ergeben, daß innerhalb größerer Perioden 
sich eine fortdauernde Steigerung der Getreidepreise nachweisen läßt. 
Aber es ist wichtig darauf aufmerksam zu machen, wie die Preise in 
der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sowohl in Frankreich wie in 
England erheblich niedriger sind, wie in der ersten Hälfte desselben. 
In Frankreich sind sie im 18. Jahrhundert niedriger wie im 17. Auf 
den hohen Stand der zwanzig Jahre von 1581—1600 ist der Kürze der 
Periode wegen kein so großes Gewicht zu legen, Wie die Preise für Berlin 
ersehen lassen, ist auch der Durchschnittspreis in Deutschland in 
dem letzten halben Jahrhundert höher als der des vorhergehenden. In 
England allerdings ist in dieser Zeit ein Rückgang zu beobachten, nicht 
nur gegen die erste Hälfte des Jahrhunderts, sondern auch gegen das 
Ende des vorigen, weil in den früheren Perioden die Getreidepreise 
künstlich gehoben waren, und England naturgemäß in erster Linie 
durch die überseeische Konkurrenz getroffen werden mußte. Während 
des ganzen letzten Jahrhunderts hat ein Ausgleich: zwischen den Preisen 
von England und Deutschland stattgefunden, auf der anderen Seite 
aber auch innerhalb Deutschlands, z. B. zwischen den verschiedenen 
Provinzen Preußens.
	        
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