Wirtschaftliche Entwickelung.
aber der Export. Die südamerikanischen Staaten sind im
Export zu den abnehmenden Händlern wie der Hausindustrielle
zum Verleger; sie produzieren auf eigene Kosten
und Gefahr, Absatz und Preisbildung ist ihnen entzogen‘).“
|7”So sehen wir, also die drei Quellen, aus denen in
Europa die Kraft für die neue Erscheinung der Maschinenindustrie
floß, im lateinischen Amerika in ganz andere Richtungen
gelenkt und deshalb eine ganz andere Wirkung ausüben
als in der Alten Welt. Landwirtschaft, Gewerbe und
Handel sind nicht nationales Gemeingut von Staaten geworden,
deren Lebensfähigkeit auf arbeitsteiliger Volkswirtschaft
beruht. Nicht‘ Gewerbe und ‚Handel ‚haben sich
verschmolzen, um die. Unternehmung, die Vorläuferin der
Großindustrie zu bilden, sondern der Handel hat sich an
die Bodenwirtschaft geknüpft, um deren Erzeugnisse auf den
Weltmarkt zu bringen, während das Gewerbe. erst allmählich
zur Abwehr gegen die aus Europa zu teueren Preisen eingeführten
gewerblichen und industriellen Erzeugnisse entstand,
nie aber sich zu der volkswirtschaftlichen Bedeutung
emporschwingen konnte, die wir es in Europa erringen
sahen.
Aus diesen Betrachtungen ‚erklärt es sich leicht, daß
die Gründung der Fabrikindustrie in den lateinisch - amerikanischen
Ländern erheblich gegen die Alte Welt zurückbleiben
mußte. In dieser war ja das Gewerbe in Verbindung mit
dem Handel in vielen Betrieben schon zu einem Umfange
entwickelt, daß‘ man nach heutigen Begriffen auch von
Fabriken sprechen könnte, wenn eben nicht immer noch die
menschliche Kraft die Betriebskraft bei der Umgestaltung
der Rohstoffe gebildet hätte. Als dann aber die Technik an
die Stelle der menschlichen Kraft die Maschine setzte und
den Menschen nur noch zur Leitung der mechanischen Kraft
heranzog, da war die Fabrikindustrie geschaffen, die also
weiter nichts ist als die Erweiterung des auf menschlicher
Betriebskraft beruhenden Gewerbes zu dem auf die Maschinenkraft
sich gründenden neuzeitlichen Großbetrieb, dessen erste
Anlagekosten gedeckt wurden durch die aus der bisherigen
wirtschaftlichen Entwickelung vorhandenen Überschüsse an
Kapital. Die Fabrikindustrie ist also von dem‘ unendlich
langen Entwickelungsgang des Gewerbes nicht zu trennen.
', Vgl. Weber: Zur wirtschaftlichen Lage in den tropischamerikanischen
Staaten.
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