Object : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

jiSimus

Tinte

Titan

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gegen  Fliegen  und  Würmer  mit  Wermut,  Aloe
oder  anderen  Bitterstoffen  versetzt  wurden.  Die
heute  gebräuchlichen  Tinten  lassen  sich  in  die
drei  großen  Gruppen  der  farbigen  Tinten,
der  Chromblauholz-  und  der  Eisengallustinten ­
  einteilen.  Als  farbige  Tinten  kommen
hauptsächlich  wäßrige  Auflösungen  von  Teerfarben ­
  im  Gemisch  mit  Bindemitteln  (Gummischleim) ­
  in  Betracht,  und  zwar  für  Rot;  Fuchsin ­
  und  Eosin,  für  Blau:  Indigokarmin,  Methylenblau ­
  und  Alkaliblau,  für  Blauschwarz:
Induline,  für  Violett:  Methylviolett,  für  Grün:
Malachitgrün,  Äthylgrün  oder  eine  Mischung
von  Indigokarmin  mit  Pikrinsäure,  für  Gelb:
Pikrinsäure,  Methylorange,  Säuregelb,  für  Braun:
Bismarckbraun,  Modebraun.  Daneben  werden
noch  Koschenille,  Rotholzabkochung,  Berlinerblau ­
  mit  Oxalsäure,  Kupferazetat  mit  Weinstein,
Gelbbeeren,  Gummigutt,  für  sich  oder  im  Gemisch ­
  mit  Teerfarben  angewandt.  Die  Chromblauholztinten ­
  sind  Farblacke,  welche  durch
Versetzen  von  Blauholzabkochungen  mit  chromsaurem ­
  Kalium  entstehen.  Zu  ihrer  Darstellung
wird  ein  klar  filtrierter  Auszug  von  Blauhblz  bis
zu  etwa  4  o/o  Extraktgehalt  eingedampft  und  mit
einer  8proz.  Kaliumchromatlösung  vermischt.
An  Stelle  der  letzteren  kann  auch  Alaun,  Kupfervitriol, ­
  Eisenvitriol,  Vanadinsäure  oder  Wolframsäure ­
  genommen  werden.  Zur  Erhöhung
der  Flüssigkeit  wird  etwas  Alkali,  und  zur  Konservierung ­
  etwas  Phenol  hinzugesetzt.  Die
Eisengallustinten  sind  Mischungen  von  Gallussäure ­
  oder  andern  Gerbstoffen  mit  Eisenoxydulsalzen ­
  und  Gummiarabikum.  Bei  den  älteren
Erzeugnissen  dieser  Art  wurde  der  entstehende
Niederschlag  von  schwarzem  gerbsauren  Eisen
durch  das  Gummi  in  Lösung  erhalten  und  in
fein  verteilter  Form  auf  das  Papier  übertragen.
Sie  hatten  den  Nachteil,  daß  sich  die  Oxydation
und  die  Ausscheidung  des  Niederschlages  schon
im  Glase  vollzog,  daß  die  schwarzen  Teilchen
sonach  nur  wenig  fest  an  der  Oberfläche  des
Papiers  hafteten  und  geringe  Haltbarkeit  besaßen. ­
  Die  jetzigen  dokumentensicheren
Tinten  werden  aus  Gerbstofflösungen  und
Eisenoxydulsalzen  mit  Zusatz  von  Indigosulfosäure,
  Holzessig  oder  Salzsäure  hergestellt.  In
ihnen  findet  die  Oxydation  erst  statt,  nachdem
sie  in  das  Papier  eingedrungen  und  dort  getrocknet ­
  sind,  während  sie  im  Glase  zunächst
keine  Färbung  besitzen.  Lediglich  um  sie  dem
Auge  des  Schreibenden  vorläufig  sichtbar  zu
machen,  werden  sie  mit  einem  unwesentlichen
Farbstoff  versetzt.  Der  zufälligen  Verwendung
von  Alizarin  verdankt  die  erste  dauerhafte
Eisengallustinte  der  Leonhardischen  Fabrik  in
Dresden  ihren  Namen  Alizarintinte.  Für  die
Beurteilung  einer  Tinte  in  bezug  auf  ihre  Verwendbarkeit ­
  und  besonders  in  bezug  auf  ihre
Haltbarkeit  für  Dokumente  von  bleibendem
Werte  sind  die  von  den  Direktoren  der  Leonhardischen ­
  Fabrik,  Schluttig  und  Neumann,
aufgestellten  Grundsätze  allgemein  anerkannt.
Sie  haben  in  dem  Erlaß  des  preußischen  Staatsministeriums ­
  vom  22.  Mai  1912  folgende  Fassung
erhalten:  „Urkundentinte  ist  eine  Eisengallustinte, ­
  die  nach  achttägigem  Trocknen  an  der
Luft  tiefdunkle  Schrift  liefert.  Sie  muß  mindestens ­
  27  g  wasserfreie  (üerb-  und  Gallussäure

und  4  g  Eisen  (auf  Metall  berechnet)  im  Liter
enthalten.  Andererseits  darf  der  Eisengehalt  bei
Gegenwart  von  27  g  wasserfreier  Gerb-  und
Gallussäure  6  g  im  Liter  nicht  überschreiten.
Das  Verhältnis  von  wasserfreier  Gerb-  und
Gallussäure:  Eisen  muß  demnach  zwischen  4,5  :1
und  6,75:1  liegen.  Die  Tinte  muß  mindestens
vierzehntägige  Haltbarkeit  im  Glase  besitzen,
d.  h.  sie  soll  nach  dieser  Zeit  weder  Blätterbildung, ­
  noch  Wandbeschlag,  noch  Bodensatz
zeigen.  Die  acht  Tage  alten  Schriftzüge  müssen
nach  Waschen  mit  Wasser  und  Alkohol  (85  und
50  v.  H.  stark)  tiefdunkel  bleiben.  Die  Tinte
muß  leicht  aus  der  Feder  fließen  und  darf  selbst
unmittelbar  nach  dem  Trocknen  nicht  klebrig
sein.  —  Schreibtinte.  Gruppe  A.  Eisengallusschreibtinte ­
  (früher  Klasse  II).  Tinten,  welche
tiefdunkle  Schriftzüge  liefern,  die  nach  achttägigem ­
  Trocknen  an  der  Luft  beim  Auswaschen
mit  Wasser  und  Alkohol  (85  und  50  v.  H.  stark)
tiefdunkel  bleiben.  Der  Gehalt  an  wasserfreier
Gerb-  und  Gallussäure  soll  mindestens  18  g,  an
Eisen  (auf  Metall  berechnet)  mindestens  2,6  g
im  Liter  betragen.  Andererseits  darf  der  Eisengehalt ­
  bei  Gegenwart  von  18  g  wasserfreier
Gerb-  und  Gallussäure  4  g  im  Liter  nicht  übersteigen. ­
  Das  Verhältnis  von  wasserfreier  Gerbund
  Gallussäure:  Eisen  muß  demnach  zwischen
4,5;  1  und  6,75:1  liegen.  Die  Tinten  sollen  mindetens
  vierzehntägige  Haltbarkeit  im  Glase  besitzen, ­
  d.  h.  sie  sollen  nach  dieser  Zeit  weder
Blätterbildung,  noch  Wandbeschlag,  noch  Bodensatz ­
  zeigen.  Sie  müssen  leicht  aus  der  Feder
fließen  und  dürfen  selbst  unmittelbar  nach  dem
Trocknen  nicht  klebrig  sein.  Schreibtinten  der
Gruppe  B  unterliegen  nicht  der  amtlichen  Prüfung.“ ­
  Für  die  Aufbewahrung  benutzt  man
zweckmäßig  Gefäße  in  der  von  Schluttig  empfohlenen ­
  Form,  in  denen  die  Tinte  vor  dem  Luftzutritt ­
  geschützt  ist.  —  Für  besondere  Zwecke
verwendet  man  noch  folgende  T.:  Kopiertinten
und  Hektographentinte  sind  eingedickte,  mit
250/0  Glyzerin  und  etwas  mehr  Gummi  oder
Dextrin  als  gewöhnlich  vermischte  T.  —  Sympathetische ­
  T.,  die  erst  beim  Erwärmen  sichtbare ­
  Schriftzüge  liefert,  besteht  aus  Lösungen
von  Kupfer-,  Kobalt-oder  Nickelsalzen.  Schriftzüge ­
  mit  Ferrozyankalium  werden  bei  der  Behandlung ­
  mit  Eisenchlörid  sichtbar.  —  Trokk
  ent  inten  bestehen  aus  völlig  eingedampften
und  pulverisierten  T.,  die  nach  dem  Auflösen  in
Wasser  sofort  gebrauchsfähig  sind.—J  acobsensche
  Tintenstifte.  S.  Bleistifte.  —  Wäschetinte ­
  zum  Zeichnen  der  Wäsche  ist  meist  eine
Plöllensteinlösung.
Tisane  (Ptisane,  lat.  Ptisana)  nennt  man
mit  viel  Wasser  hergestellte  Abkochungen,  die
in  der  Medizin  als  Getränke  verordnet  werden.
Als  Geschmackskorrigens  erhalten  sie  Zusätze
von  Süßholzextrakt,  Honig  oder  Zucker.
Titan,  ein  ziemlich  seltenes  Metall  vom  Atomgewicht ­
  48,1,  findet  sich  in  der  Natur  als  Titandioxyd, ­
  Ti0 2 ,  in  den  Mineralien  Rutil,  Anatas
  und  Brookit,  als  titansaures  Kalzium
im  Gemisch  mit  Kalziumsilikat  als  Titanit
(Sphen),  ferner  als  Greenovit,  Perowskit
und  besonders  als  Titaneisenerz.  Die  Sauerstoffverbindung ­
  des  T.,  das  Titandioxyd  (Titansäureanhydrid, ­
  lat.  Acidum  titanicum),  ein

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