Die Devisenabteilung. 73
V. Die Devisenabteilung.
1. Begriff und Arten der Devissen.
Devisen sind ausländische Zahlungsmittel in Form von Wechseln,
Schecks und Auszahlungen. Als Wechsel kommen
Sicht- und Fristwechsel in Betracht; die Schecks im Sinne
des Devisenhandels müssen nicht nur auf ausländische Währung,
sondern auch auf einen ausländischen Platz lauten. Ein
Scheck über S 100, gezogen auf die Diskontoges. Frankfurt a. M.
zu Lasten Dollarkonto, ist keine Devise. Ebensowenig rechnet man
zu den Devisen ausländische Münzen, Banknoten und Papiergeld,
die im Bankbetrieb unter dem Begriff „Sorten“ besonders
zusammengefaßt und in einer eigenen Sortenabteilung behandelt
werden. Unter Auszahlung als Form der Devise versteht man die
telegraphische Anweisung des Devisenverkäufers an seinen Auslandskorresspondenten,
aus seinem dortigen Guthaben in ausländischer
Währung zugunsten des Käufers an die von ihm
bezeichnete Stelle zu zahlen. Diese Zahlungen des Auslandskorrespondenten
an die Bank des Käufers erfolgen im Barverkehr oder
Abrechnungsverkehr. Haben Devisenkäufer und -verkäufer bei
der gleichen ausländischen Bank Konto, so wird die telegraphische
Auszahlung meist durch brieflichen Übertrag ersetzt.
Die Wertstellung erfolgt in der Regel zwei Tage nach Kauf (per
Tag der Zahlung des Markgegenwertes). Da die deutschen Banken,
die miteinander Devisen handeln, meist bei einer Reihe ausländischer
Banken am gleichen Ort Guthaben unterhalten (eine
Frankfurter D-Bankfiliale hat in London etwa 10 Korrespondenten),
die Banken der Kontrahenten infolgedessen oft bei derselben
Auslandsbank Konto besitzen, so tritt der Fall der telegraphischen
Auszahlung selten ein; weit häufiger ist der briefliche
Übertrag. In der Praxis rechnet man auch diesen zu den
„Auszahlungen“. Man handelt z. B. am 23. 9. „Auszahlung
New Vork, brieflich per 25. Sept.“
Der inländischen Wirtschaft fließen Devisen zu auf Grund von
Warenlieferungen, Transport-, Versicherungs- und anderen Dienstleistungen
(z. B. Zinsen aus Kapitalleistungen); andererseits
ist sie für solche Leistungen Empfänger und schuldet für den
Gegenwert Zahlung in ausländischen Zahlungsmitteln. Daneben
bestehen einseitige Verpflichtungen (Rriegsentschädigungen, Reparationen
usw.). So entsteht durch Angebot und Nachfrage in
Devisen eine ständige Bewegung. Der Treffpunkt hierfür ist zum