Internationale Rundschau der Arbeit
merksame Beobachtung von Tatsachen bemüht, indem sie gewisse
Voraussetzungen varliert oder aber sorgfältig alle bei der plötzlichen
Abwickelung von Erscheinungen zu beobachtenden Veränderungen
festhält.
Von diesem Gesichtspunkte aus, und auf der Grundlage
des gesamten tatsächlich verfügbaren Materiales, wurden nacheinander
die großen Erfahrungen erforscht, die sich auf die Einführungen
des Achtstundentages beziehen und die schon vor
dem Kriege gesammelt worden waren, die Veränderungen der
Arbeitszeit in der Kriegszeit und die gleichzeitig bei der Produktion
festgestellten Veränderungen, und schließlich auch die
allgemeine Reform des Achtstundentages unmittelbar nach dem
Kriege.
Der große Wert der zum Teile schon recht alten Erfahrungen,
die man vor dem Kriege über die Einrichtung des Achtstundentages
gesammelt hatte, besteht in der Sorgfalt der dabei befolgten
Methode. Die Betriebsleiter, die vielfach zu Versuchszwecken
den Achtstundentag durchführten, wachten sorgfältig darüber,
daß alle anderen Betriebsverhältnisse unverändert blieben; besonders
verwendeten sie genau die gleiche Ausrüstung, die gleiche
Arbeitsorganisation, die gleiche Entlohnungsform. Sie machten
also tatsächliche Laboratoriumsversuche. Sorgfältig auch stellten
sie alle Einzelheiten der Leistung der einzelnen beteiligten Arbeitergruppen
fest und gelangten somit zu unbedingt genauen Ergebnissen.
Eine eingehende Analyse der Ergebnisse dieser Untersuchung
konnte daher nur äußerst lehrreich sein.
Allerdings stehen den Vorzügen dieser Methode andere Einflüsse
entgegen, indem man nämlich planmäßig jede Veränderung
in den technischen Produktionsverhältnissen oder in den Entlohnungsarten
vermied, während doch gerade die Einführung
des Achtstundentages zur Verbesserung der Betriebsausrüstung
oder der Arbeitsorganisation oder zur Einführung neuer, die
Leistung fördernder Lohnformen hätte führen können. Dieser
Mangel wurde jedoch später beseitigt, besonders wenn man hierbei
die Nachkriegszeit heranzieht. Jetzt nämlich trat die Reform
als von den Behörden verordnet, oder wenigstens von den Ereignissen
aufgedrängt, in die Erscheinung. Die Industrieleiter
hatten jetzt die Aufgabe, durch alle in ihrer Macht stehenden
Mittel die unmittelbare Wirkung der Verkürzung der Arbeitszeit
wieder auszugleichen; man mußte also feststellen können, ob diese
Verkürzung der Arbeitszeit, vom technischen Gesichtspunkte aus,
wie ein Antrieb wirken, wie auch ob sie zu einer fortschreitenden
Einführung von Leistungslohnsystemen beitragen würde.
Es ist gewiß ein Nachteil der Erfahrungen der Nachkriegszeit,
daß diese unter anormalen Verhältnissen zustandekommen
mußten. In gewissem Maße aber konnte man gerade hierbei
wenigstens als ergänzende Unterlagen die früher, in normalen
Zeitläuften, gemachten Beobachtungen heranziehen. Beide Methoden
wie auch beide Reihen von Unterlagen ergänzten sich also
gegenseitig; ihre gleichzeitige und zusammenfassende Verwendung
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