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wenden, die Reisspeisen aber anderseits auch ausgesprochen
süß, z.B. mit Früchten, zubereiten. Folgende Tabelle E. v.
Wolffs (aus 49, I, S. 125) zeigt den Reichtum des Reises an
Kohlenhydraten, seine Armut an Fett und Eiweiß, auch an
Aschenbestandteilen, im Verhältnis zu den andern Körner-
früchten:
CN hydrate protein iett mad! Asche | Wasser
AA % %o A
A aaa 0 3
Weizen...) Aa 66,4 1. I 3,00 1.7014,4
Spelz (Dinkel) mit Spelzen 52,5 A 1.50876,50 3,17 14,8
Spelz (Kernen) ohne Spelzen 67,2 15,5 DO 15 17 14,5
Gerste tu 63,925 71 22 | 14,3
Hafer. EP 56,7 1 2001."6,0 | 9,:30092,7 | .14;3
Mais A 62,1 | 10,0. | 6,50 25,5 1,5 | 14,4
Hirse 5 USE HM 57,40 250 101 29,5 3,8 14,0
Reis, geschält . ZT 75.2 2.5 4.0
Die ausschließliche oder doch einseitige Reiskost verursacht
eine Krankheit, die Beriberi (9, II, S. 191 u. f.), die in Japan
länger als seit 1000 Jahren bekannt ist; in diesem am stärksten
von der Krankheit befallenen Lande wird die Zahl der Beriberi-
erkrankungen im Jahre auf 50 000 geschätzt. Ein zweites Ver-
breitungszentrum bilden Brasilien und die benachbarten Länder.
Zahlreiche Herde sind an der afrikanischen Küste vorhanden.
Aber auch außerhalb der Tropen ist die Krankheit nicht unbe-
kannt, z. B. in Nordjapan und in Europa. Die Beriberi ist eine
entzündliche Degeneration der peripheren Nerven und der
Muskeln, die Störungen der Bewegung, der Empfindung und des
Kreislaufsystems verursacht. Im Anfang ist die Krankheit heil-
bar, sie kann aber auch zu Siechtum und zum Tode führen. Über
die Ursache der Beriberi hat unter den Ärzten lange Streit
bestanden. Da die Krankheit bei einseitiger Ernährung mit
poliertem Reis auftritt und bei Ergänzung der Nahrung durch
Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Eier usw. oder durch Umstellung
auf unpolierten Reis gebessert wird, sieht man sie heute als
eine Ernährungskrankheit (Mangelkrankheit, Insuffizienzkrank-
heit, Avitaminose) an, eine Auffassung, die durch das Tier-
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