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Eigenschaften der Reispflanze Leitgedanke der Züchtung sein,
z. B. Frühreife, Lagerfestigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen
Krankheiten. Sicher ist seit alter Zeit eine Massenauslese geübt
worden. Aus Assam wird berichtet, daß dort bei den Einge-
borenen ein ganz bestimmtes Selektionsverfahren üblich ist;
nur die mit der Hand ausgelesenen besten Körner, die manch-
mal noch von einem eigens zur Saatreisgewinnung bepflanzten
Stück genommen sind, kommen zur Aussaat. Diese Massen-
auslese, durch die man auf den Philippinen eine Verdoppe-
lung des Ertrages erreicht hat, darf beim Züchtungsverfahren
nicht vernachlässigt werden. Sie ist besonders in Italien und
Spanien gepflegt worden, nach folgender Methode. Im Lauf
der Ernte wird eine Anzahl Rispen auf dem Felde ausgewählt
und für sich gehalten. Dabei sieht man auf Gleichmäßigkeit
und auf die Eigenschaften, die der Selektion besonders unter-
worfen sein sollen. Pflanzen vom Feldrande oder von irgend-
welchen ungewöhnlichen, z. B. zufällig stärker gedüngten Stand-
orten innerhalb des Feldes kommen nicht in Betracht. Die
ausgewählten Rispen, die nur von aufrechtstehenden Pflanzen
stammen dürfen, werden gebündelt und gut getrocknet. Wäh-
rend des Winters werden diese Rispen durchgeprüft und alle
minderwertigen oder abweichenden ausgeschieden. Von den so
ausgewählten Rispen werden schließlich noch die oberen und
unteren Enden weggeschnitten. Das übrigbleibende Material
wird mit der Hand gedroschen, und schließlich werden die
leichten oder sonst fehlerhaften Körner möglichst vollständig
ausgelesen. Die gut befundenen Samen werden auf einem be-
sonderen Felde ausgesät und mit aller Sorgfalt behandelt.
Pflanzen, die in der Entwicklung zurückbleiben oder von der
Musterform abweichen, werden beim Jäten ausgerissen; eine
nochmalige Musterung und Aussonderung findet zur Blütezeit
statt. Bei der Ernte wird in dieser Anpflanzung dieselbe Selek-
tion von neuem vorgenommen, und der Rest der Ernte zur
Feldsaat für das nächste Jahr benutzt. So wird jedes Jahr
durch Massenauslese eine Saat gewonnen, aus der die Feld-
frucht des zweitfolgenden Sommers hervorgeht. Durch solche