geringerwertig; die Körner sind mehlig und infolgedessen nicht
nur eiweißärmer, also von geringerem Nährwert, sondern auch
zu weich, um den Prozeß des Schälens gut zu überstehen; sie
liefern eine erhebliche Menge Bruchkörner. Glasige, eiweißreiche,
hinreichend harte Körner werden nur auf durchlässigem Boden
gewonnen. Die Ursache der Erzeugung mehliger Körner ist
wahrscheinlich mangelhafte Nitrifikation, die auf dem Reisfelde
an und für sich geringer ist als auf trocknem Lande und bei zu
großer Undurchlässigkeit des Bodens wohl gänzlich aufhört.
Die vielfach verbreitete Vorstellung, der Reis gedeihe am
besten auf Sum pfboden, ist vollständig irrig; wenngleich der
Reis auf solchem Boden wohl auch fortkommt, so verdienen doch
trockene Böden, die sich planmäßig bewässern lassen, bei weitem
den Vorzug. Granit, Gneis, Lava, Andesit, Grauwackesandstein
u. dgl. liefern gute, durchlässige Reisböden, während Diabase,
Basalte usw., überhaupt quarzfreie Gesteine, besonders Augit-
gesteine, sehr undurchlässige Böden liefern. Wenn auch der Reis
nicht zu den tiefwurzelnden Pflanzen gehört, ist doch für die
Beurteilung des Bodens nicht nur die Beschaffenheit der oberen
Schicht maßgebend, sondern auch die des Untergrundes, da sie
auf die größere oder geringere Durchlässigkeit des Bodens von
großem Einfluß ist.
2. Bodenbearbeitung.
Absehen möchte ich hier von jenen Reisfeldern, die auf Java,
„muras sawahs“‘‘, in Italien „risaje di zappa‘‘ heißen, auf tief-
gelegene, sumpfige Böden beschränkt, wo andre Kulturen un-
möglich sind. Da der Reis noch einigermaßen auf solchen Län-
dereien gedeiht, werden sie, ohne Fruchtwechsel, für seinen
Anbau ausgenutzt, nehmen aber überall nur geringen Umfang
ein, auf Java z. B. etwa 2% der gesamten Reisfläche. In etwas
ausgedehnterem Maße scheint feuchter Niederungsboden mit
hohem Grundwasserstand, der für keine Kultur außer Reis ver-
wendbar ist, sog. ‚„laidam‘‘, in Turan zum Reisbau benutzt zu
werden (34, S. 119—120, 184, 248). Hier folgt der Reis 3—4 Jahre
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