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In diesen erwärmt er sich und wird feucht. Von einem gewissen
Punkte ab sinkt die Temperatur allmählich wieder, der Haufen
trocknet aus, die Körner werden hart und liefern so ein besseres
Produkt, das beim Mahlen weniger Bruch gibt, höheren Glanz
und weißere Farbe annimmt. Das Aufschichten des Reises ge-
schieht jedoch nur selten mit der Absicht, die Qualität zu ver-
bessern. Hier sei erwähnt, daß in Indien und Burma stellen-
weise dem Enthülsen ein Brühen des Reises vorausgeht, dem
man eine Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Zer-
brechen, des Glanzes, der Farbe und des Geschmackes zu-
schreibt. Ähnliche Verfahren sollen in Britisch-Guiana und in
den Malaiischen Staaten angewendet werden (27; 43, S. 304;
73,5: 35).
Auch in Italien werden Dreschmaschinen benutzt, die sich
nach Kochs Mitteilung (82, S. 168) aber von den für Weizen
gebräuchlichen unterscheiden; sie besitzen zwei Trommeln statt
einer und sind so eingerichtet, daß die Zuführung des Reises
sehr allmählich geschieht. Feststehende Dreschmaschinen wer-
den mit Wasserkraft, fahrbare mit Dampf getrieben. Der
Gabah, wie der gedroschene Reis in Java heißt, wird dann an
der Sonne oder durch künstliche Wärme nachgetrocknet. In
keinem Reisbaulande der Erde wird soviel Sorge auf die Vor-
bereitung des Reises für gesundes Lagern verwendet wie in
Italien; das nachträgliche Trocknen des gedroschenen Reises ist
geradezu ein Charakterzug des italienischen Reisbaues. Einen
fahrbaren Trockenapparat beschreibt Tarchetti im Giornale
di Risicoltura, IV, Vercelli 1914, S. 88—90. Auf die Gefahr,
der der Reis in den Lagerhäusern, wo er in Haufen oder in
Säcken aufbewahrt wird. durch Feuchtigkeit ausgesetzt ist,
macht Copeland nachdrücklich aufmerksam (43, S. 196—200).
Damit ist der Reis für den Handel und den Gebrauch noch
nicht bereit. Der zu Nährzwecken in den Handel gebrachte Reis
wird vorher von den Spelzen und der darunter liegenden dünnen
Hülle des Korns, der sog. Silberhaut (Frucht- und Samenschale),
befreit. Das Entspelzen, das ein braunes Korn ergibt, nennt
man Schälen, das Abschleifen der Silberhaut, wodurch das