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Folgekulturen erheblich. Besonders während der ersten Trocken-
legung der Reisfelder geht sie von den Dämmen herab und ver-
heert den umstehenden Reis. Novelli empfiehlt Umpflügen
und Suchen der Nester gleich hinter dem Pfluge; direktes
Fangen der Insekten während der Bewässerung, die sie in
Massen auf alle aus dem Wasser herausragenden Erderhöhungen
drängt; Heraustreiben durch Injektion von Schwefelkohlenstoff
in die Gänge.
Eine eigentümliche Mißbildung an jungen Reispflanzen, die
darin besteht, daß das Sproßende die Form eines hohlen, spitzen
Köchers annimmt, erzeugt die im Malaiischen Archipel und in
Britisch-Indien verbreitete Reis-Gallmücke, Cecidomyia
Oryzae. Der Schaden kann bis 50% betragen. Eine zweck-
mäßige Bekämpfungsmethode ist noch nicht gefunden. Geraten
wird frühzeitiges Auspflanzen des Reises.,
Von Älchen scheint Tylenchus angustus größeren
Schaden anzurichten, der auf der Malaiischen Halbinsel und
vor allem in Vorderindien die als „ufra‘®* bezeichnete Krankheit
hervorruft. Da das Tier lediglich die Oberhautzellen der be-
fallenen Pflanzenteile ansaugt, ist es vielleicht möglich, Varie-
täten mit derberer Oberhaut zu finden, die geschützt sind. Die
Infektion erfolgt meist aus der Stoppel des vergangenen Jahres,
in der sich das Älchen hält. Deshalb kann es durch Verbrennen
der Stoppel, Pflügen und zwei- bis dreimaliges Trockenlegen mit
Erfolg bekämpft werden.
Einige Insekten, wie der Reiskäfer, Calandra Oryzae, ein
kosmopolitischer Rüsselkäfer, gefährden den gespeicherten
Reis. Padi, d. h. das Reiskorn in den Spelzen, wird weniger
angegriffen als der enthülste Reis; das ist der Grund, weshalb
in Südostasien der für den eignen Gebrauch bestimmte Reis
unenthülst in den Reishäuschen aufbewahrt und nur nach Be-
darf entspelzt wird. In luftdichten Aufbewahrungsräumen ist
das wirksamste Mittel gegen die Körnerschädlinge Schwefel-
kohlenstoff. Selbstverständlich müssen diese Räume vor dem
Beschicken mit Reis gründlich gereinigt werden, am besten mit
heißem Wasser, wonach vollständiges Austrocknen nötig ist.