Full text: Reis

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Gefährlicher ist die als „straight head‘‘ bezeichnete Erkran- 
kung, die auch unter der Bezeichnung „rice blight‘ geht. 
Was unter diesem Namen zusammengefaßt wird, ist offenbar 
keine einheitliche Erscheinung. Der Hauptname der Krankheit 
besagt, daß die Rispen zur Zeit der Reife nicht mehr oder minder 
überhängen, wie es normalerweise bei den allermeisten Reis- 
varietäten der Fall ist, sondern aufrecht stehen, da nur wenige 
oder keine Früchtchen ausgebildet sind. Dieses Verhalten kann 
eine ganze Reihe verschiedner Ursachen haben. Als „straight 
head‘* im engeren Sinne bezeichnet man eine Erkrankung dieser 
Art, wie sie seit etwa 15 Jahren in den Reisfeldern der Golf- 
staaten aufgetreten und seitdem mehrfach beschrieben worden 
ist. Als charakteristisch wird dabei angegeben, daß die Blätter 
dunkler grün und zuweilen steifer als normal sind; das Wurzel- 
system ist ungewöhnlich vergrößert durch lange, grobe Wurzeln, 
die nur wenige Verzweigungen und Wurzelhaare aufweisen; alle 
Achselknospen der Pflanze verlängern sich, und nach der Ermnte 
wachsen diese Schosse aus der Stoppel auf und verursachen ein 
charakteristisches zweites Treiben aller erkrankten Pflanzen. 
Die Krankheit findet sich hauptsächlich auf neuem Reisland 
oder auf Land, das vorher Trockenfrüchte, vor allem Mais und 
Bohnen, getragen hat; sie kommt fast nie bei Reis vor, der 
auf Reis folgt. Die Ursache scheint schlechte Durchlüftung bzw. 
ungenügende Zersetzung der im Boden reichlich vorhandenen 
organischen Substanz zu sein. Man kann vorbeugen, indem 
man die Bewässerung solange wie möglich hinausschiebt, bis 
die Unkrautbestreitung sie nötig macht, und nach 14 Tagen 
das Feld wieder vollkommen trocken legt. 
Eine der am längsten bekannten, am meisten gefürchteten 
und wohl am weitesten verbreiteten Erkrankungen des Reises 
ist die „brusone‘. Trotzdem sie seit mehr als 50 Jahren oft 
der Gegenstand eingehender Studien gewesen ist, muß sie auch 
heute noch als unaufgeklärt gelten. Sie ist zu den nicht-para- 
sitären wie zu den echt-parasitären Krankheiten gerechnet wor- 
den. Jedenfalls haben Kulturversuche gezeigt, daß Luftab- 
schluß von den Wurzeln bei hoher Wärme in Wasserkulturen
	        
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