V. Geographie und Statistik.
Schon oben ist auf das ursprüngliche Vorkommen des wildem
Reises und den mutmaßlichen Anfang seiner Kultur kurz ein-.
gegangen worden. Heute hat sich der Reisbau über den ge-.
samten Tropengürtel, aber auch über große Teile der Sub--
tropen verbreitet. Denn der Reis gehört zu jenen einjährigen:
Gewächsen, die in einer kurzen Zeit ihr Wachstum abzuschließen:
vermögen, wenn ihnen nur während derselben Frist hinreichend;
Wärme geboten wird, die also nur von der Sommerwärme,
aber nicht von der Winterkälte abhängen. So wird z. B.
Reis in Japan noch bis zum 41.° n. Br. angebaut, wo nur zwei
Sommermonate ein Temperaturmittel über 20° C. drei Winter-
monate ein solches unter 0° C haben; in der Po-Ebene, wo das
Temperaturmittel ebenfalls nur zwei Monate lang 20° C über-
steigt, dringt der Reisbau sogar bis etwa 45° n. Br. vor. An
der kalifornischen Küste dagegen, wo bei 35° n. Br. das Tem-
peraturmittel einiger Sommermonate kaum noch 20° C beträgt,
ist die Reisbaugrenze weniger polwärts vorgeschoben. Die süd-
liche Erdhalbkugel mit ihrem mehr ozeanischen Klima, das er-
heblich kühlere Sommer als die Nordhalbkugel aufweist, ist für
den Reisbau weniger günstig. Schon an einer früheren Stelle
wurde erwähnt, daß er hier nur an wenigen Punkten über den
Wendekreis hinaus vordringt.
Im folgenden. soll der Reisbau in den einzelnen Erdteilen
nach seiner Bedeutung für die Ernährung der eigenen Bevölkerung
und für den Weltmarkt besprochen werden. Diese Übersicht
schließt sich eng an die von Bachmann (9, S. 246—382) ge-
gebene an, berücksichtigt aber, wo irgend möglich, die seit
Bachmanns Arbeit veränderte Statistik.