Full text : Reis

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1. Asien.
China. Aus diesem Lande sind uns die ältesten Berichte über
‚den Reisbau überliefert. Zweifellos ist die wirtschaftliche Bedeutung
 des Reises für China und die Ausbreitung seiner Kultur
dort vielfach überschätzt worden. Denn im Norden tritt er
vollständig hinter Gerste, Weizen und Hirse zurück, und auch
im Süden, seinem eigentlichen Anbaugebiet, werden noch andere
Getreide- und Gemüsearten in bedeutendem Umfange kultiviert.
Im allgemeinen ist das Klima Chinas trotz seiner großen Verschiedenheit,
 bedingt durch die Ausdehnung des Reiches über
20 Breitengrade, für die Reiskultur sehr geeignet. Peking, unter
40° n. Br., hat noch eine Julitemperatur von 26° C, eine durchschnittliche
 Sommerwärme von 22°C. Nach Richthofen erstreckt
 sich die Reiskultur bis an die Alluvialebnen des Liauho
unter 42° n. Br. Im Süden des Landes sind sogar zwei Ernten
im Jahre möglich. Die Monsunwinde bringen im Sommer reichliche
 Niederschläge, so daß die Flüsse viel Wasser führen und
eine ausgedehnte künstliche Bewässerung ermöglichen. Doch
ist die Verbreitung des Reises in China natürlich auch von der
Bodengestaltung abhängig. Die weiten Alluvialebenen des
Ostens sagen der Reiskultur mehr zu als das gebirgige Innere.
Hier beschränkt sie sich auf die Täler und die hügeligen
Gehänge, wo die Terrassenkultur sehr verbreitet ist, “Hier
wird auch der Trockenreis angebaut. In Mittelchina hat die
Kultur des Klebreises größeren Umfang angenommen. Von
der Reiskultur ausgeschlossen bleibt nur der gebirgige Norden
der Provinz Tschili, die Provinz Schansi, der Osten der Provinz
Kansu. Die Höhengrenze der Reiskultur ist je nach der geographischen
 Breite verschieden. Im Süden steigt sie auf dem
Junnan-Plateau bis zu 2000 m Höhe an. Die ausgedehntesten
und ertragreichsten Reisländereien des ganzen großen Reiches
sind die der Küstenprovinzen Kwang-tung, Fu-kien, Tschekiang,
 vor allem aber Kiang-su. Letztere hat äußerst fruchtbaren
 Boden. Ausschließlich in der Ebene gelegen, von vielen
Wasseradern durchzogen und mit einem genügend warmen
            
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