Full text : Theorie der forstlichen Oekonomik

4 Bisherige Behandlung und Abgrenzung der Theorie der forstlichen Oekonomik.
Das Überwiegen des kameralistisch-ökonomischen gegenüber dem praktischen
 Teile ist besonders charakteristisch in ToOh ann IJ ak ob Trunks
Forstlehrbuch!). Doch bezeichnet in diesen Werken der Ausdruck Forstökonomie
 nicht etwa nur eine forstlich angewandte Wirtschaftswissenschaft,
sondern darüber hinaus den gesamten Tätigkeitsbereich dessen, der Forstwirtschaft
 betreibt. Bei Trunk umschließt er auch bereits die be st -
mögliche, d. i. nachhaltige und wirtschaftliche Benuzung der Wälder
und des Holzes?), während bei Moser der Begriff der Wirtschaftlichkeit im
heutigen Sinne zurücktritts).
Ungefähr gleichzeitig erscheinen in anderen Werken die Wirtschaftswisssenschaften
 oder ihre Teilgebiete unter dieser oder jener Bezeichnung
als Hilf s- oder Grun d wissensch af t en der Forstwissenschaft.
So zählt Toh ann Heinrich Iung, genannt Stilling 1), zu den
Hilfswissenschaften der Forstwissenschaft die Handelswissenschaft und die
Staatswirtschaft. Fr i e dr ich Lud wig Walther nennt in seinem
„Lehrbuch der Jorstwissenschaft“s) unter den Grund- und Vorbereitungswissenschaften
 an erster Stelle die reine Ökonomie.
Die ihr hier zugewiesene Stellung in ihrer Beziehung zur JForstwissenschaft
 hat die Wirtschaftswissenschaft im großen und ganzen bei den
Systematikern der Forstwissenschaft behalten‘). Sie wird teils als Hilfs-,
Vorbereitungs- oder Nebenwissenschaft, teils als Grundwisssenschaft der
1) Johann Jakob Trunk, Neues vollständiges Forstlehrbuch oder systematische
 Grundsätze des Forsstrechts, der Forsstpolizei und Forstökonomie,
theoretisch und praktisch abgehandelt, Frankfurt 1789.
2) Daselbst, S. 270: „Der eigentliche Gegenstand der Forsstökonomie aber
ist die bestmögliche Benutzung der Wälder und des Holzes. Der erste Grundsatz
derselben ist also dieser: In einem Forste muß nicht mehr, und nicht
weniger (vom Verfasser gesperrt) Holz gehauen oder Nutzen gesuchet werden,
als er wieder hervorbringen, und ertragen kann, wenn er immer ein brauchbarer
 Wald bleiben doll.“
3) W. G. Moser, I. c., S. A: „Die Lehre von der Forsstökonomie ist also
eine Anleitung zu einem gründlichen und vollständigen Begriff von Gewinnung,
Nutzung und Erhaltung gewisser großer Teile eines Waldes, und derer zu
 U M:: 14:13:12 11::..
1sn s W.. Gießen 1803, S. 4.
6) Vgl. Heinrich Wilhelm Weber, Das System der Forstwirtschaftslehre,
Gießen 1923. – Weber nennt in diesem mit außerordentlicher Literaturkenntnis
verfaßten Werke, einschließlich seines eigenen, 48 verschiedene Systeme der Forstwirtschaftslehre.
 Die Arbeit wurde vom Verfasser mehrfach als Quelle zum Auffinden
 der einschlägigen Literatur benutzt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.