— Weltwirtschaftliche Bedeutung einer starken Flotte — 23
der Meere einließen, so würde dies vielleicht, so lange der
Frieden währt, eine politische Beruhigung bedeuten.
Die wirtschaftliche Beruhigung hingegen für den
Kaufmann und Unternehmer, der die Früchte seiner Ar
beitskraft unsern weltwirtschaftlichen Beziehungen zur Ver
fügung stellen will, würde durch solche Garantien niemals
eintreten. Der Unternehmer wird vielmehr erst darin eine
Garantie für die ungestörte Fortdauer seines Geschäfts und
seiner Investitionen auf Jahrzehnte hinaus erblicken, daß
wir mit unserer militärischen Macht, also mit unserer
Flotte, in der Lage sind, seine Rechte vor übergriffen, wie
sie dieser Krieg gezeitigt hat, England gegenüber zu
schützen. England selbst aber wird für die zukünftige Zeit
nur dann den Gedanken an eine Wiederholung seiner Will
kürakte fahren lassen, wenn es vor der unerschütterlichen
Erkenntnis steht, daß diese Willkürakte letzten Endes zu
seiner Niederlage führten und wieder zu seiner Niederlage
führen müßten, wenn es dieselben wiederholen wollte.
So erfordern Wiederanknüpfung und Ausbau unserer
weltwirtschaftlichen Beziehungen nach dem Kriege die
Garantie, daß nicht Vereinbarungen und Verabredungen
auf dem Papier, sondern militärische Machtfaktoren in
Zukunft die Sicherheit und damit die Kontinuität ver
bürgen, welche allein die grundlegende Voraussetzung aller
wirtschaftlichen Unternehmungen, sei es des Inlandes, sei
es im Auslande, bilden. Für das, was der britische Staat
seit Jahrzehnten für seine Kriegsflotte ausgegeben hat,
hat der britische Volksreichtum in wenigen Jahren des
Krieges eine Entlohnung gefunden, welche alle Ausgaben
weit überschreitet, weil ohne sie heute das britische Welt
reich nicht mehr existieren würde. Auch für Deutschland
wird sich die Erfahrung bewahrheiten, daß sein Außen
handel und seine Seeschiffahrt nur unter dem Schutze einer