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Kahlschlagbetriebe mehr Arbeit als bei natürlicher Verjüngung. Der
Arbeitsbedarf der Holzernte, auf die Einheit der geernteten Holzmasse
bezogen, ist größer im Gebirge als in der Ebene, größer bei natürlicher
Verjüngung als im Kahlsschlagbetriebe.
Für die Int ensit ät d er Wirtsch aft ist die Menge der in
einem Forstbetriebe verwendeten Arbeit ebensowenig ein sicherer Maßstab
wie die Höhe des investierten Kapitals. Wenn in einem altholzreichen,
aber schwammversseuchten Kiefernrevier infolge mangelnder Initiative des
Wirtschafters die rückgängigen Althölzer nicht einer beschleunigten Ab-
nutuung zugeführt werden, so müssen wir trotz hoher Kapitalintensität die
Art der Wirtschaftsführung als eine extensive bezeichnen. Und anderseits
spielt die eigentliche Handarbeit im arbeitsextensiven Forstbetriebe nicht
eine so ausschlaggebende Rolle, daß die Intensität der Wirtschaft in erster
Linie von ihr abhängen könnte. Es soll damit nicht bestritten werden,
daß auch durch zielbewußten Aufwand von Arbeit und stehendem Kapital
(z. B. maschinelle Bodenbearbeitung) die Holzerzeugung günstig beeinflußt
werden kann. In manchen Fällen wird aber der optimale Waldzustand
und im Zusammenhang mit ihm das Höchstmaß der Holzerzeugung aus-
schließlich durch eine richtige Schlagstellung, also durch geeignete räumliche
Anordnung der Hiebsmaßnahmen, erzielt werden können. Hieraus geht
hervor, daß die Intensität der Wirtschaft in weitgehendem Maße von der
Tätigkeit des Betriebsleiters und der Betriebsbeamten abhängig ist. In
diesem Zusammenhange sei auf zwei in der forstlichen Welt sehr bekannte
Forstbetriebe verwiesen, die beide den Anspruch auf hohe Intensität der
Wirtschaft machen können: Auf dem Waldbesitz des Herrn v. K eude ll
in Hohenlübbichow ist eine erhebliche Steigerung der Zuwachsleistung durch
Vollumbruch der zu kultivierenden Fläche und fortgesetzte Bearbeitung der
Kulturen, also sehr hohen Aufwand an Hand-, Gespann- und maschineller
Arbeit, erzielt worden. Genaue Zahlen über die Rentabilität fehlen aller-
dings bisher. Im Gegensatze dazu sind in dem bereits erwähnten Forst-
betriebe des Herrn v on Kalit s< in Bärenthoren in bezug auf den
Zustand des Bodens und Holzbestandes sehr bemerkenswerte Erfolge
erreicht worden ohne jede Bodenarbeit ausschließlich durch geeignete
Hiebsmaßnahmen und Liegenlassen des Abfallreisigs. Herr von Kalitsch
selbst hat auf die Frage nach dem Grunde seiner Erfolge die Antwort ge-
geben: „Ich mache niemals Kahlschläge und durchforste meinen ganzen
Wald jährlich und persönlich auszeichnend!).“
!) Oberforstmeister Möller, I. c., S. 5.
Go dbersen, Forstl. Oekonomit.
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