Störung der Gleichung und der Kaufkraft in Perioden des Übergangs. 49
§3.
Die Ausdehnung des Depositenumlaufs, die in dieser sich ständig ver
stärkenden Bewegung zutage tritt, erhöht in abnormer Weise das Ver
hältnis von G' zu G. Dies ist klar ersichtlich, wenn die Preissteigerung in
der Veränderung eines anderen Elementes oder mehrerer Elemente in der
Gleichung beginnt, als des Geldes; denn wenn G unverändert bleibt und
G' erhöht wird, so muß das Verhältnis G' zu G sich ebenfalls erhöhen
Wenn G in irgendeinem Verhältnis zunimmt, so wird G' in einem noch
größeren Verhältnis zunehmen. Wenn die Zunahme nur in demselben
Verhältnis stattfände, so würden die Preise in diesem Verhältnis steigen
(unter der Annahme, daß die Geschwindigkeiten und Quantitäten unver
ändert bleiben); und wenn die Preise in diesem Verhältnis zunehmcn
würden, so müßten die Anleihen (welche zum Einkauf von Gütern gemacht
und den Preisen der Güter gemäß adjustiert wurden) in diesem Verhält
nis erhöht werden, nur um dieselben Güter wie vorher kaufen zu
können. Die Unternehmer aber, welche aus dem Nachhinken des Zins
fußes zu profitieren wünschen, würden aber die Anleihen über diesen alten
oder ursprünglichen Punkt hinaus ausdehnen. Demnach würden sich die
auf Anleihen gegründeten Depositen in einem größeren Verhältnis ver
mehren. Das heißt, das Verhältnis G' zu G würde sich erhöhen Mit
anderen Worten: während der Periode, in welcher G zunimmt, wächst! -
G' noch rascher und stört auf diese Weise das normale Verhältnis'
zwischen diesen beiden Formen von Umlaufsmitteln
Dies ist jedoch nicht die einzige durch eine Zunahme von G verursachte
Störung. Es gibt auch Störungen in Q (oder anders bezeichnet in H) in U
und in U . Diese sollen der Reihe nach vorgenommen werden. Der Ge
schäftsgang (die Q) wird durch die leichten Bedingungen für Anleihen
angespornt. Diese Wirkung wird bei einer Preissteigerung immer beob
achtet, und die Leute erklären dann mit Befriedigung, daß das „Geschäft
gut ist“ und die „Konjunktur eine steigende ist“. Derartige Behauptungen
repräsentieren den Gesichtspunkt des gewöhnlichen Geschäftsmannes,
welcher ein „kreditsuchender Unternehmer“ ist. Sie stellen nicht die
Meinung des Gläubigers, des Gehalt beziehenden Mannes oder des Arbeiters dar
von denen die meisten schweigend und geduldig leiden, indem sie die höheren
Preise zahlen müssen, nicht aber entsprechend höheres Einkommen beziehen
Die erste Ursache der ungesunden Zunahme des Geschäfts liegt in
der Tatsache, daß die Preise, den Zinsen gleich, hinter ihrer völligen An
passung Zurückbleiben und durch erhöhte Käufe sozusagen empor-
Fisher, Kaufkraft des Geldes. ^