Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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I.  Buch.  Production  und  Cousumtion.

Productionsmittel  zu  behandeln  und  eine  ursprünglich  und  hauptsächlich  nicht
auf  die  Production  gerichtete  Thätigkeit  zugleich  als  productive  zu  verwenden.
Dahin  gehört  die  Verwendung  des  Wohnhauses  als  Werkstatt,  der  gleichzeitige
Gebrauch  des  Küchenfeuers  und  der  häuslichen  Beleuchtungsmittel  zur  Befriedigung ­
  der  persönlichen  Bedürfnisse  und  zu  gewerblichen  Zwecken,  die  Benutzung
  der  Zusammenkünfte  von  Familiengliedern,  Freunden  und  Nachbarn
  zu  nutzbringender  Arbeit.  So  ist  es  und  war  es  namentlich  früher
Brauch,  unter  heiterem  Gespräch  das  Obst  zu  ernten,  oder  z.  B.  in  deutschen
Landen  mit  dem  Schlachten  des  im  Laufe  des  Jahres  gemästeten  Schweins
ein  Familienfest  zu  verbinden,  indem  gute  Freunde  bei  der  Verarbeitung  des
Fleisches  helfen  und  dann  behaglich  zusammen  schmausen,  oder  im  sogen.  Heimgarten ­
  unserer  Alpenländer,  d.  h.  bei  ben  winterlichen  Abendzusammenkünften
der  Nachbarn,  unter  Gesang  und  Spiel  oder  dem  Erzählen  von  alten  Geschichten ­
  und  Sagen  oder  unter  andern  Annehmlichkeiten  fleißig  zu  spinnen,
Holzschnitzereien  anzufertigen,  Körbe  zu  flechten  u.  s.  w.  Was  aber  insbesondere ­
  die  Landwirtschaft  anbelangt,  so  spart  man  —  oder  sollte  dies  wenigstens ­
  —  beim  Kleinbetriebe  beträchtlich  dadurch,  daß  man  den  Dünger  unentgeltlich ­
  zur  Verfügung  hat,  Pferde  und  Wagen  gar  nicht  oder  fast  nicht
benöthigt  und  kostspielige  Bewässerungsanlagen  mehr  oder  minder  entbehren
kann.  In  China  weiß  man  sich  alle  diese  Vortheile  trefflich  zu  nutze
zu  machen.
Es  ist  demnach  die  Frage,  welche  Grenzen  des  Betriebsumfangs  die
vortheilhaftesten  sind,  eine  sehr  verwickelte,  und  um  dieselbe  entscheiden  zu
können,  muß  man  alle  die  zahlreichen  Besonderheiten  in  Betracht  ziehen,
wie  sie  sich  aus  der  Verschiedenheit  der  Gegenden,  der  Beschaffenheit  der
betreffenden  Arbeiten,  dem  Charakter  und  den  Fähigkeiten  der  Menschen
u.  s.  w.  ergeben.  Leider  kann  man  nicht  behaupten,  daß  bei  Aenderungen
des  Betriebsumfanges  stets  das  Vortheilhaftere  an  Stelle  des  minder  Vortheilhaften ­
  trete.  Die  Aufrechterhaltung  oder  die  Neueinführung  eines  bestimmteil ­
  Betriebsmaßstabes  kann  aus  höchst  unerfreulichen  Ursachen  stattfinden. ­
  Es  kann  geschehen,  daß  die  kleinen  Landwirtschaften  durch  große
Betriebe  ersetzt  werden,  nicht  um  einen  größern  Ertrag  zu  erzielen,  sondern
um  gewiffen  Leuten  einen  größern  Antheil  an  dem  geringern  Ertrage  zu
sichern.  Die  Aufsaugung  des  kleinen  Grundbesitzes  durch  deu  großen  infolge
hoher  Steuerlasten,  Wucherzinsen  und  Vernachlässigung  eines  tüchtigen,  besonders ­
  auch  die  Landwirtschaft  berücksichtigenden  Volksunterrichts,  wie  sie
sich  vielfach  in  Italien  vollzog,  hat  nicht  immer  zu  einem  erträglichen,
zum  Theil  sogar  in  socialer  und  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  vortheilhaften  Halbpachtverhältniß ­
  geführt,  sondern  ist  in  der  Lombardei  und  namentlich  in
Sicilien  eine  Quelle  der  Verarmung  elender  Unterpächter  geworden;  unter
            
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