Gläubige verkaufte. Wie er selbst dem Vortragenden erzählte.
stammte das Wasser aus dem heimatlichen Ziehbrunnen. Um
seine Gläubigen nicht mißtrauisch zu machen, gab er jedem nur
wenige Kubikzentimeter in einer großen Flasche und erzählte den
Betreffenden dann, mehr besäße er im Augenblick nicht. Das in
der Flasche Fehlende hätte er bereits anderen Kranken verabfolgt.
Die Preise, die er nahm, waren je nach dem Stande des Klienten
verschieden, immer aber sehr hoch. Unter seinen Patienten be-
fanden sich auch viele Soldaten und Soldatenfrauen.
Fassen wir das bisher mitgeteilte Tatsachenmaterial zu-
sammen, so hören wir 1. aus dem Munde derjenigen, die es
wissen müssen, nämllich von den Heilkünstlern und Wahrsagern
selbst, daß sie im Kriege vom Publikum stärker in Anspruch ge-
nommen worden sind, als vorher. Der Aberglaube hat also tat-
sächlich zugenommen.
Wir müssen 2. die betrübende Feststelung machen, daß die
Wahrsager ihre Klienten fast immer be wu ß t täuschen.
Wieviel sauer erworbenes oder aus staatlichen Kasssen her-
rührendes Geld (Kriegsunterstützung !) fließt somit notorischen
Betrügern zu! Wieviel Aufregung und Trauer wird durch diesen
Schwindel hervorgerufen! Wieviel wirtschaftlicher Schaden ge-
stiftet!
3. Schließlich können wir aus den oben wiedergegebenen
Notizen über die Persönlichkeiten, welche sich als ausübende Heil-
künstler und Wahrsager betätigen, entnehmen, daß es nicht nur
suzial, sondern nicht selten auch geistig minderwertige Menschen
sind, die das Vertrauen des Publikums genießen.
Es liegt nahe, die Frage aufzuwerfen, wie man diesen
Übelständen begegnen kann. Daß Gesetze und Polizei hier nichts
erreicht haben, wird jedem einleuchten, der weiß, wie schwer diese
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