Object: Weltporto-Reform

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Kapitel XI. 
Weltverkehr, Weltbriefmarke 
und Weltmünze, 
Als auf dem Wiener AVeltpostkongress im Jahre 1891 am 
24. Juni der Vorschlag einer nur zum Auslandsverkehr gültigen 
Weltbriefmark e *) vom Vertreter des Grossherzogtnms Luxem 
burg befürwortet und ein ähnlicher wohlvorbereiteter Antrag 
vom Delegierten der Vereinigten Staaten, Potter, empfohlen 
und gegen viele Angriffe verteidigt wurde, wobei er die Be 
fürchtung etwaiger Spekulationsgeschäfte wegen des verbleibenden 
geringen Gewinns für mehr eingebildet als wirklich begründet 
J ) Schon 1874 tauchten Vorschläge einer Welthriefmarke auf, und 
private Anträge lagen dem Berner und Pariser AVeltpostkongress (1878) 
vor, ohne jedoch beachtet zu werden. 1885 wurde die Idee auf dem Lissa- 
honer Kongress von Frankreich prinzipiell verteidigt, und 1891 legte 
Luxemburg in Wien, von den Vereinigten Staaten unterstützt, einen 
ausführlichen Entwurf vor, wonach internationale Briefmarken zu 25 und 
5 Centimes, im Innern Verkehr Tiber nicht verwendbar, vom Internationalen 
Bureau zu Bern hergestellt und an die einzelnen Länder abgegeben werden 
sollten. Ihr Zweck sollte sein, als Antwortmarke verschickt, als Reise 
rn arke bei Reisen verwandt und als kleines internationales Zahlungs 
mittel verwendet zu werden. 1897 wiederholte Luxemburg den Antrag 
noch einmal, zog ihn aber später zurück. Der luxemburgische Postinspektor 
I. P. Reis war der Urheber dieses wohldurchdachten Planes, den man in 
seinem inhaltreichen Werke „Statistique historiqne du Grand-Duche de 
Luxemburg. Histoire des postes“ etc. (Luxemburg 1897. S. 552—558) aus 
führlich dargestellt imd begründet findet. (Vgl. über die Schicksale der 
AVelthriefmarke auch Weithase, Geschichte des Weltpostvereins, 1895, 
S. 175—182; Carl Schröter, Der Weltpostverein, Bern 1900, S. 338 f. und 
Hubert Krains, L’Union postale Universelle, Lausanne 1900, S. 90, 91 
und 102.)
	        
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