fullscreen: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

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II. Die Haupttatsachen 
der älteren deutschen Agrargeschichte. 
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Zu den jichersten Ergebnissen der Forschungen über die 
alte deutsche Wirtschaftsgeschichte gehört die Erkenntnis, daß 
die Deutschen zu der Zeit, aus der wir die ersten Berichte über 
ihr Leben besitzen, seßhaft sind. Die Theorie vom Nomadentum 
der alten Germanen gilt heute als widerlegt. Das, was man 
früher auf ein nomadisierendes Umherziehen gedeutet hat + 
falls es überhaupt in einer solchen Richtung gedeutet werden 
fonnte ~, bezieht sich tatsächlich nur auf einen kriegerischen 
Ausnahmezustand. Im Vordergrund der Wirtschaft des Ger- 
manen steht die Viehwirtschaft, der gegenüber die Ackerwirt- 
schaft zurücktritt. Darum aber ist er noch nicht Nomade, wie 
ja auch die Buren in Südafrika, bei denen gleichfalls die Vieh- 
zucht den Ackerbau überwiegt, nicht Nomaden sind. Ein wert- 
voller Beweis gegen die Annahme eines germanischen Nomaden- 
tums liegt in der Kontinuität der Ortschaften, die auch für sich 
wiederum einen wichtigen Beitrag zur Kennzeichnung des 
altgermanischen Wirtschaftslebens liefert. 
Die ständischen und Besitzverhältnisse der Germanen zeigen 
keine beträchtlichen Unterschiede, vielmehr fast eine annähernde 
Gleichheit. Die Masse der Germanen besteht aus Freien, und 
unter ihnen wiederum besteht die Masse aus Bauern. Wenn 
die Zahl der Unfreien erheblich ist, so steht sie doch durchaus 
hinter der der Freien zurück. Über den freien Bauern erhebt 
sich ein Adel, der jedoch wenig zahlreich ist. Er unterscheidet 
sich auch von den einfachen Freien nicht durch rechtlich festgelegte 
Vorzüge, sondern durch tatsächliche Vorzüge, wirtschaftlich durch 
größern Besitz.
	        
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