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von der russischen Regierung als Zeichen einer sstaatsfeindlichen
Gesinnung aufgefaßt werden mußte und auch so aufgefaßt wurde.
6. Die Leichenfeier des im Jahre 1913 verstorbenen ukrainischen
Tondichters Lissenko benutzten die ukrainischen Führer in
Rußland dazu, um in Kijew eine gr o ß e ukr ainis ch e Kun dg
ebun g zu veranstalten. Nach der Schätzung russischer
Blätter haben sich an dieser Manifestation ungefähr 200 000 Personen
aus allen Gebieten der Ukraine beteiligt, weshalb der damalige
Kijewer Gouverneur, der die Rundgebung nicht voraussah
und nicht unterdrückt hatte, mit d er Vers etz ung b estr
a f t wurde.
7. Bereits im Jahre 1905 überschütteten die russischen Ukrainer
den Grafen Witte mit einer Unmasse von Gesuchen um E i nführung
einer ukrainischen Lehrkanzel an der Kijewer
Universität. Wie stark im übrigen die Forderung nach
der nationalen ukrainischen Schule ist und wie insbesondere die
Volksschullehrersschaft in der Ukraine von der nationalen Idee
ergriffen wurde, beweist der Umstand, daß auf dem allgemeinen
russischen Volksschullehrertag e zu Petersburg im
Jahre 1914 dank den zahlreich erschienenen ukrainischen Lehrern
einen Beschluß zur Annahme gelangte, mit dem die Einführung
der ukrainischen Sprache in sämtlichen Volksschulen der Ukraine
verlangt wurde. Aus Anlaß dieser Erklärung wurde die Versammlung
sofort behördlich aufgelsst und Graf Menschikow
schrieb im „Nowoje Wremja‘', daß die gesamte Lehrerschaft
in der Ukraine national-ukrainisch gesinnt sei und deshalb durch
die russische Lehrerschaft ersetzt werden müsse.
8. Besonders stark und masssenhaft organisierte sich die
ukrainische Bauernschaft und die ukrainische Intelligenz
in den landwirtschaftlichen und sontstigen
Genos s ens cha ft en (Kooperativen), die die ganze Ukraine
umfassen und wegen ihrer ,,ukrainisch-separatistischen Haltung‘“
von den Russen öffentlich bekämpft werden. Solcher
Genossenschaften gab es in der Ukraine vor dem Ausbruche des
Rrieges ü b e r 6000.
9. Als weiteres Zeichen der Erstarkung der ukrainischen
Bewegung in Rußland in der letzten Zeit kann die Zuna h m e
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